Viele Chemie-Betriebe haben bereits Schwierigkeiten, qualifizierten Nachwuchs für sich zu gewinnen. Ihnen droht ein Mangel an Fachkräften, der durch die Renten-Reform verschäft wird.
Viele Unternehmen haben bereits Schwierigkeiten, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Ihnen droht ein Mangel an Fachkräften. Die Chemie-Arbeitgeber sehen sich durch erste Zahlen in ihrer Einschätzung bestätigt: Die „Rente mit 63” setzt ein falsches Zeichen und verschärft diese Entwicklung.
Der Start ins zweite Halbjahr 2015 ist der Chemie im Land gut gelungen: Mit einem Plus von 5 Prozent beim Umsatz und 1,6 Prozent mehr Beschäftigung haben die Unternehmen der Branche die Monate Januar bis Juni 2015 abgeschlossen. Allerdings: die Entwicklung der Gesamtindustrie konnte die chemische Industrie in Baden-Württemberg nicht einholen.
Die Entwicklung der Chemie nach den Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg im Jahr 2015.
Forschung und Entwicklung sind ein Schwerpunkt der Pharmaindustrie in Baden-Württemberg. Sie sind notwendig für die wichtigen Innovationen. (Foto: RGtimeline/Fotolia.com)
Baden-Württemberg ist das Pharmaland - die Nummer 1 in Deutschland: der größte Pharma- und Medizintechnikstandort und der zweitgrößte Biotech-Standort.
Aktuelle Wirtschaftsinformationen zur chemischen Industrie in Baden-Württemberg 2014 2015
Die chemische Industrie in Baden-Württemberg blickt skeptisch auf das laufende Jahr. Das gaben die Chemie-Verbände Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart bekannt. Die Branche konnte 2014 die guten Zahlen der Industrie im Land nicht erreichen. Die Unternehmen fordern von der Politik einen Strategiewechsel in der Energiepolitik.
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Die Entwicklung der Chemie nach den Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg im Jahr 2014.
Eine Stunde Arbeit kostet die Chemie-Unternehmen in Westdeutschland im Schnitt 53,16 Euro. Ein Spitzenwert, der in den letzten Jahren kräftig angezogen hat. Woran das liegt, zeigt ein Blick auf die Branchen-Statistik.
So sehr sind die Entwicklungskosten für Medikamente gestiegen.
Eine Studie der amerikanischen Tufts University weist auf drastisch wachsende Entwicklungskosten für Arzneimittel hin.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - die fünf Wirtschaftsweisen - haben in ihrem jüngsten Bericht die Entwicklung im zu Ende gehenden Jahr als unbefriedigend bezeichnet. 2015 werde die Wirtschaft nur schwach wachsen.
Unter dem Twitter-Hashtag #chemie2015 können die News zur Tarifrunde verfolgt werden (https://twitter.com/search?q=%23chemie2015).
Mit ihrer im November beschlossenen Forderungsempfehlung weckt die IG BCE falsche Erwartungen an die Chemie-Tarifrunde 2015. Das schwache Wachstum einerseits und die demografische Entwicklung andererseits machen klar: Der Verhandlungsspielraum ist begrenzt. Die Arbeitgeber fordern wirtschaftliche Vernunft vom Verhandlungspartner.