Energieeffizienz

Sichere und bezahlbare Energieversorgung ist notwendig für die Chemie-Branche

14.05.2014

Die Wertschöpfung in der Industrie bildet die Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität in Baden-Württemberg. Eine sichere und bezahlbare Energie­versorgung ist hierfür unerlässlich. Nach dem Kernkraftunfall in Japan wollen die Deutschen mehrheitlich einen schnelleren Umbau der Energieversorgung, weg von der Kernenergie. Mit der Energiewende werden langfristige und dauerhaft wirkende Veränderungen eingeleitet.

Energieeffizienz hat Tradition in der Chemie

Die Verbesserung der Energieeffizienz hat in der Chemieindustrie eine lange Tradition. Allein die deutsche chemische Industrie hat ihren Gesamtenergie­verbrauch in den letzten 20 Jahren absolut um 20 Prozent reduziert. Gleichzeitig wurde die Produktion um über 60 Prozent erhöht. Die energiebedingten CO2-Emissionen sind gleichzeitig um 50 Prozent gesunken. Demnach wird das Potenzial für mehr Energieeffizienz immer geringer und damit auch teurer zu realisieren sein.

Innovative Produkte durch eine leistungsfähige Industrie

Mit ihren Produkten trägt die chemische Industrie entscheidend zu Energieeffizienz und Energie­einsparungen in allen Bereichen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens bei. Bei der Nutzung der meisten Chemieprodukte wird ein Mehrfaches von dem an Energie eingespart, was zu ihrer Herstellung benötigt wurde: beispielsweise bei Solarzellen und Windkraft­anlagen, spritsparende Reifen oder Hochleistungsbatterien. Ziel muss es sein, diese Produkte auch zukünftig innerhalb einer funktionierenden Wertschöpfungskette in Deutschland herzustellen.

Unternehmen der Chemie-Branche zahlen mit

Ein besonders kritischer Punkt hierbei ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das EEG regelt die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Mit der Regelung will die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien fördern. Die ökonomische und ökologische Effizienz dieser Regelung wird jedoch von der Industrie kontrovers gesehen. Denn das Gesetz finanziert sich weitestgehend durch die EEG-Umlage, die Kosten werden auf den Strompreis aufgeschlagen. Sie betrugen im vergangenen Jahr netto 5,27 Cent je Kilowattstunde. Seit Jahresbeginn 2014 sind es 6,24 Cent. Auch die Unternehmen der Chemie-Branche zahlen in großem Maße mit: Die Chemische Industrie mit ihren ca. 2.000 Unternehmen wird dieses Jahr rund 1 Mrd. Euro an EEG-Umlage zahlen müssen. Nur ein kleiner Bruchteil, rund 140 besonders stromintensive Betriebe der Chemie, erhalten eine Kostenentlastung.

Energieeffizienz für Chemie-Branche uneingeschränkt notwendig

Das Thema Energieeffizienz hat  für die energieabhängige Chemie-Branche eine herausragende Bedeutung. Maßnahmen zur Einsparung der Energie sind uneingeschränkt notwendig, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist. Energieeffizienz muss aber insbesondere auch im Bereich der privaten Haushalte eine bedeutendere Rolle einnehmen als bisher. Hierbei helfen die Chemie-Unternehmen mit ihren innovativen Produkten.

Einen Überblick zu den Standpunkten der Chemischen Industrie zum EEG sowie der Energie- und Strompolitik und zum Klimaschutz veröffentlicht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) unter www.vci.de.