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Personalisierte Ausbildung - Bei Roche Diagnostiocs lernen die Azubis, was sie individuell benötigen

04.12.2015
Mannheim. Nina Sturm möchte nach Schweden fahren – um zu lernen: „Das Angebot gibt’s im zweiten Studienjahr“, sagt die Absolventin des dualen Studiengangs BWL-Industrie bei Roche Diagnostics in Mannheim. Dafür will sie nun die Sprache lernen. Möglich macht’s die sogenannte „personalisierte Ausbildung“. Die 20-Jährige kann aus einem Pool an Möglichkeiten genau die Förderung wählen, die sie benötigt, etwa einen Sprachkurs. „Natürlich haben wir auch verpflichtende Module“, erklärt Ausbilder Frank Fillinger. „Aber denen stehen freie Wahlmöglichkeiten gegenüber.“ Ninas Studienkollege Matteo Brauchle hat sich zum Beispiel eine IT-Förderung herausgepickt: „Das Wissen kann ich in meiner Abteilung gerade gut gebrauchen.“ Die 300 Azubis am Standort sollen bald nicht mehr einheitlich lernen, sondern nach Bedarf: „Lernende unterscheiden sich immer stärker hinsichtlich ihres Alters und ihrer Vorbildung“, erklärt Fillinger. „Für die einen war manches zu leicht, anderes zu früh, wieder anderen ging es zu schnell.“ Schritt für Schritt will man den neuen Weg mit dem Nachwuchs gehen, den Start machen die Kaufleute. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. „Unsere Fachbereiche erhalten Personal, dessen Qualifikationen genau auf den Bedarf zugeschnitten sind“, lobt Personalchef Edgar Vieth. Man nutze so die „Stärken der Nachwuchskräfte“ und sorge für eine abwechslungsreiche, individuelle Ausbildung: „Davon profitieren alle.“