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Forschung: Chemie und Pharma Baden-Württemberg vorbildlich im Kampf gegen Corona

26.04.2021

Mannheim. Ein Virus legt die Welt lahm, alle wollen raus aus der Pandemie. Aber wie? Mithilfe eines „Werkzeugkastens der industriellen Gesundheitswirtschaft“, sagt Hagen Pfundner, Vorstand von Roche-Pharma. Er setzt auf intelligente Teststrategien, Impfstoffe, Medikamente und digitale Apps gegen Covid-19. Baden-Württemberg hat daran einen enormen Anteil.

Thema Tests. Diverse Corona-Tests (PCR-Tests, Antikörper-Test, Antigen-Schnelltest) kommen vom Gesundheitsunternehmen Roche. Jüngste Entwicklung sind nasale Antigen-Selbsttests für Laien: „Die müssen nun in eine Teststrategie eingebunden werden!“, mahnt Pfundner. Tests und Medikamente werden vom Standort Mannheim aus weltweit verschickt.

Thema Impfstoffe. Der Corona-Impfstoff vom Biotech-Unternehmen Curevac in Tübingen steht kurz vor der Zulassung. Die Europäische Kommission hat sich bereits vorab 405 Millionen Dosen gesichert. Rentschler Biopharma übernimmt am Standort Laupheim die Herstellung, Aufreinigung und Formulierung des Impfstoffes, Pharma-Auftragsfertiger Celonic in Heidelberg will dieses Jahr mehr als 50 Millionen Dosen produzieren. Ab Sommer soll das Vakzin aus einem Impfstoffdrucker kommen: Der könnte weltweit sehr viele Dosen in kurzer Zeit produzieren. In Dossenheim forciert Evonik die Produktion von Lipiden für den Mainzer Impfstoffhersteller Biontech.

An neuen Impfstoffen arbeiten zudem Invatis Peptide Services sowie das Biotech-Start-up Prime Vector Technologies in Tübingen. In Heidelberg kümmert sich NEC Laboratories Europe darum, dass der Impfstoff wirksam und ungiftig für die Weltbevölkerung ist. 

Thema Medikamente. Arzneien von Roche Pharma bremsen dramatische Verläufe und reduzieren Todesfälle. Bald soll es eine Covid-19-Pille geben: Sie könnte nicht nur bei Patienten zum Einsatz kommen, sondern auch bei positiv getesteten Personen, die noch keine Symptome zeigen, oder zur Prävention.

Wissenschaftler bei Boehringer Ingelheim suchen in Biberach mit Hochdruck nach Therapien. Dabei spielen Antikörper eine wichtige Rolle: Sie könnten das Virus abfangen, nachdem es in den Körper eingedrungen ist, und es stoppen, bevor es Schaden anrichtet. Ein Konsortium aus 35 Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen untersucht zudem eine Million Substanzen aus der hauseigenen Molekularbibliothek auf ihre Eignung für eine Therapie. Erfolgreiche Covid-Forschung betreiben auch kleine Firmen wie Eleva in Freiburg oder Atriva Therapeutics in Tübingen.

Thema Apps. Schon jetzt erleichtern zum Beispiel Apps von Roche die Dokumentation, beschleunigen die Bearbeitung, lösen Terminprobleme beim Covid-19-Test in der Apotheke oder übermitteln Testergebnisse digital – Getestete müssen dann nicht vor Ort auf das Ergebnis warten. 

Autor: Sabine Latorre