Tarifrunde #Chemie2012: Abschluss erzielt / Neuer Demografiekorridor mit 35 bis 40 Wochenstunden

24.05.2012

 

Die Elemente des Tarifpaketes in Kürze:

Entgelterhöhung: Nach Leermonat 4,5 Prozent für 18 Monate / variabler Beginn

Nach 1 Leermonat steigen die Tarifentgelte für die Chemie-Beschäftigten um 4,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional um 50 Euro erhöht, um die Attraktivität der Branche für Berufseinsteiger zusätzlich zu steigern. Die Entgeltsteigerung wird in  Baden-Württemberg ab 1. August 2012 wirksam. Der neue Entgelttarifvertrag für die baden-württembergischen Chemie-Beschäftigten laufen 19 Monate und gelten entsprechend bis Ende Januar 2014. Die tabellenwirksame Tariferhöhung gilt ab dem 2. Monat, kann aber aus wirtschaftlichen Gründen per Betriebsvereinbarung um bis zu 2 weitere Monate verschoben werden. Unternehmen können ihre Beschäftigten bereits im 1. Monat am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.

Arbeitszeit: Demografie-Korridor schafft mehr Flexibilität

Mit dem neu vereinbarten Demografie-Korridor kann die wöchentliche Arbeitszeit aus demografischen Gründen flexibilisiert werden. Danach kann per freiwilliger Betriebsvereinbarung oder anschließender individueller Regelung die Möglichkeit genutzt werden, eine Wochenarbeitszeit zwischen 35 und 40 Stunden zu vereinbaren.

Über 200 Millionen Euro für lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung

Von 2013 bis 2015 investieren die Unternehmen zusätzlich zum vorhandenen Demografiefonds jährlich 200 Euro pro Tarifmitarbeiter für Instrumente zur Gestaltung einer lebensphasengerechten Arbeitszeit. Dazu gehören u.a. Langzeitkonten, das neue Modell „reduzierte Vollzeit 80“ und andere geeignete Instrumente zur Förderung alters- und alternsgerechten Arbeitens.

Neues Optionsmodell „reduzierte Vollzeit 80“ – Umwandlung der Altersfreizeiten

Die Altersfreizeiten in der Chemie (Arbeitszeitverkürzung für Schichtarbeiter ab 55 Jahren um 3,5 Stunden, sonst ab 57 Jahren um 2,5 Stunden) können künftig eingesetzt werden, um länger und flexibler zu arbeiten. Im Modell „reduzierte Vollzeit 80“ bringt der Mitarbeiter seine bestehenden Ansprüche auf Altersfreizeiten ein. Zu einem späteren Zeitpunkt erhält er eine 20-prozentige Arbeitszeitentlastung mit Entgeltausgleich.

Nachwuchssicherung: Attraktivität der Branche erhöhen

Um die Attraktivität der Chemie-Industrie für Berufseinsteiger weiter zu erhöhen, werden die vielfältigen Maßnahmen der Chemie-Sozialpartner ausgebaut.

Mehr dazu beim Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) unter http://www.bavc.de.