Tarifpolitik

Branchendialog der Chemie-Sozialpartner: Megathema Industrie 4.0 gemeinsam angehen

23.12.2016

Vierte industrielle Revolution, Transformation oder Digitalisierung der Wirtschaft – das Schlagwort von der Industrie 4.0 gilt den einen als Bedrohung, den anderen als Versprechen für die Zukunft von Arbeit und Technik. Wie weit die Digitalisierung inzwischen vorangeschritten ist, verdeutlichen Begriffe wie Big und Smart Data, Internet der Dinge, Cloud Computing, Flexibilisierung, künstliche Intelligenz und denkende Maschinen. 

Welche Folgen Industrie 4.0 für die Beschäftigten hat, lässt sich nur schwer absehen. Die einen versprechen sich ökonomisches Wachstum, mehr Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Andere prognostizieren gewaltige Arbeitsplatzverluste. An die menschenleere Fabrik glaubt Margret Suckale, Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), nicht. Sie erinnerte daran, dass dieses Bild schon mehr als 60 Jahre alt ist. Sie betonte, „auch das Megathema Digitalisierung werden wir als Chemie-Sozialpartner in bewährter Weise gemeinsam gestalten“.

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), erklärte, dass neue Arbeitsabläufe nicht mit Arbeitsplatzverlusten verbunden sein müssen. „Das ist kein Naturgesetz“, sagt er. Auch er hob die Chancen von Industrie 4.0 hervor: „Wir wollen eine neue Ära der Arbeitszeit – mit deutlich mehr Wahlmöglichkeiten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.” 

Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, warb dafür, die Arbeitsplatzgestaltung und den Arbeitsschutz miteinander zu verbinden. Dazu gehört auch der Datenschutz. Ein weiteres Thema ist die Arbeitszeit. „Natürlich wollen die Arbeitnehmer mehr Flexibilität“, sagte sie. Aber wie steht es mit Spätzulagen, wenn jemand um 20 Uhr noch arbeitet? „Neue Flexibilität kann nicht heißen, weg mit allen Schutzvorkehrungen“, sagte die Ministerin.

Dr. Klaus Peter Stiller, Hauptgeschäftsführer des BAVC,  stellte fest, dass jede neue Technik am Ende mehr Arbeitsplätze geschaffen habe: „Das werden wir auch in der vierten industriellen Revolution schaffen.“ Eine wichtige Voraussetzung dafür mahnte Ralf Sikorski, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, an: „Wir müssen die Menschen mitnehmen, sonst wird der Wandel nicht gelingen.“

Mehr dazu unter www.cssa-wiesbaden.de