Tage des Wissens feiern 10jähriges: Kleine Experimente und große Augen / Zehntausende Kinder begeistert

05.11.2018

Mit zehn Jahren sind Kinder gerade der Grundschule entwachsen. Mit zehn Jahren sind die “Tage des Wissens für kleine Forscher” schon längst etabliert und eine feste Größe in der frühkindlichen naturwissenschaftlichen Bildung in Baden-Württemberg. Mit dem Schwerpunkt Südbaden hatten Charlotte Willmer-Klumpp und Ulf Klumpp 2009 das erste Mal Grundschüler und Vorschulkinder nach Freiburg eingeladen - zum Experimentieren, Staunen und Lernen. Zahlreiche Unterstützer waren von Anfang an dabei. Sie haben jetzt mit dem Verein “wo wissen wächst”, der die Tage des Wissens veranstaltet, und 1400 Kindern das “10jährige” im Bürgerhaus am Seepark in Freiburg gefeiert.

Vorbilder

Die Chemie-Verbände Baden-Württemberg haben vom Start an die “Tage des Wissens” - und die Schwesterveranstaltung “Forschertage” in Bad Krozingen - unterstützt. Ralf Müller, Geschäftsführer der Verbände, ist überzeugt: „Charlotte Willmer-Klumpp und Ulf Klumpp sind beste Beispiele für kompetente und somit vorbildliche Pädagogen. Sie bringen schon den Jüngsten Freude an naturwissenschaftlichem Erleben bei.“

Kleine Experimente, große Augen

Schülerinnen und Schüler der Walter-Eucken-Schule in Freiburg sind für die Verbände bei den Wissenstage im Einsatz: Sie leiten zu kleinen Experimenten an, die große Erkenntnisse bringen. Warum erlischt eine Flamme, wenn die Luft fehlt? Warum wird ein Glas nicht nass, wenn es umgestülpt ins Wasser gedrückt wird?

Viele Gratulanten

Zum “Zehnjährigen” 2018 kamen viele Gratulanten nach Freiburg - und lobten das Projekt und die Initiatioren. So sprach Christiane von Zahn - aus dem Referat 74 des Regierungspräsidiums Freiburg für die Schirmherrschaft der Regierungspräsidentin. Es sei besonders wichtig, dass hier die Kinder offen und spielerisch Teile ihrer Welt entdecken könnten. So würden wertvolle Erfahrungen über die Möglichkeiten der Schulen hinaus möglich gemacht. Und sie schilderte begeistert ihre Eindrücke: Ein Kind “...wollte schon immer mal ausprobieren, ob der Zeige-, der Mittel- oder welcher Finger in das Reagenzglas passt”.

Kinder erfahren die Zusammenhänge - Technik, Naturwissenschaft und Informatik: das sei  unerlässlich für unsere Zukunft, betonte Hermann Maier, Leiter des Schulamtes der Stadt Freiburg. “Wir hoffen, dass die Impulse in den Schulen aufgegriffen und vertieft werden.” Mit am wichtigsten sei aber: “Sie treffen das Herz der Kinder”, wie er an die Adresse von Charlotte Willmer-Klumpp und Ulf Klumpp sagte.

Selbst gemachte Erfahrungen für immer gespeichert

Prof. Dr. Gregor C. Falk von der Pädagogischen Hochschule zollte in seiner kleinen Festrede dem großen Engagement Respekt. Das reichhaltige Angebot sei “didaktisch und methodisch ausgefeilt”. Es bediene ein Schlüsselmomentum bei den Kindern: “Selbst gemachte Erfahrungen werde ich nie vergessen - die sind im Kopf drin.”

Er schlug den Bogen zur demografischen Entwicklung und dem Problem, Nachwuchs für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich zu gewinnen. Die frühkindliche Bildung sei hier entscheidend. Je früher die Begeisterung für diese komplexen Dinge geweckt werde, desto größer die Chance, dass der frühkindliche Forschergeist über die Schule auch in das Berufsleben gerettet wird.

Appell an die Bildungspolitik

Er sieht allerdings Deutschland in der Bildung, der Digitalisierung  und den digitalen Lernwelten abgehängt. Und: deutliche Schwächen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pädagogen dabei erschwerten zusätzlich die Zukunft. “Und dabei brauchen wir Wissen und Ideen für die Zukunft - Rohstoffe haben wir nicht”, so Falk. “Eigentlich dürfte es die Veranstaltung gar nicht geben” - das alles müsse in der Schule stattfinden. Aber dort sei das nicht möglich, und die Lehrer könnten es leider nicht. “Hier muss nachgebessert werden!” Sein Fazit: “Ich wünsche uns, dass die Forschertage eines Tages morgens um acht Uhr ganz normal in jeder Schule beginnen.”

Spaghettiwissenschaft praktisch

“Man kann eine Nudel nicht in zwei Stück brechen” - und das liegt an den Schwingungen, in die ein einzelnes Spaghetto versetzt wird. Diesen Ausflug in die praktische Umsetzung von Wissenschaftserkenntnissen unternahm der Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker mit den Freunden und Unterstützern der Wissenstage und den Mitgliedern des Vereins “www”. Und er ließ alle mitmachen - und zeigte ihnen noch, wie doch geht: “Man muss das Spaghetto verdrehen, dann geht es!”