Prof. Dr. Gisela Lück: Experimentieren fördert Verstehen in vielen Bereichen

12.06.2015

Um allen Kindern den Zugang zu naturwissenschaftlicher Bildung zu ermöglichen, dafür müsse in Schulen und Kindergärten mehr experimentiert werden,  forderte Prof. Dr. Gisela Lück von der Universität Bielefeld. Denn, so hat die Chemie-Didaktikerin durch ihre Forschungsergebnisse belegt, Kinder haben ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen. Über praktische Übungen lernten sie, diese besser zu verstehen. Nicht nur naturwissenschaftliche Bildung, sogar jegliches Begreifen werde damit beeinflusst. „Das Experiment hat immer mit den Händen zu tun, deshalb nennt man nennt es ja auch Hands-on-Experiment. Damit wird die Sache im wahrsten Sinne des Wortes begriffen“, betonte Lück jüngst auf dem Kongress „Experimentieren in der Grundschule“ in Freiburg. 

Die Bedeutung des Experimentierens für Kinder sei vielfältig. Durch die praktischen Übungen würden Kinder an naturwissenschaftliche Bildung herangeführt, die für das Verstehen des Alltags und im Berufsleben immer wichtiger wird. Zugleich böten sich auch Möglichkeiten zum Austausch. Denn wer experimentiert, stellt Fragen und nennt Materialien und spricht über seine Beobachtungen, so Lück. Diese Augenblicke des Verstehens würden die Kinder stärken und ihnen Mut machen, die Umwelt weiter zu hinterfragen und zu erkundigen. 

Dass das Interesse am Experimentieren in den letzten Jahren bereits gewachsen sei, verdanke man hierzulande vor allem den pädagogischen Fachkräften in Kindergärten und Grundschulen. Diese würden sich im Eigenstudium und in Fortbildungen das Wissen aneignen, um Kindern mehr Experimentiergelegenheiten zu schaffen, so Lück 

Vorreiterin im Experimentieren

Gisela Lück studierte Chemie und Philosophie in Köln. Seit 2002 lehrt sie als Professorin für Didaktik in der Chemie an der Universität Bielefeld, außerdem ist sie Lehrbeauftragte an der Freien Universität Bozen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Vermittlung von Naturwissenschaften im Vor- und Grundschulalter. Die Professorin gilt in diesem Bereich als Vorreiterin. Neben zahlreichen Fachpublikationen veröffentlichte sie auch verschiedene praxisnahe Anleitungen zum Thema 'Experimentieren mit Kindern'. Auch die Chemie-Verbände Baden-Württemberg erstellten mit Unterstützung von Gisela Lück eine umfassende Experimente-Sammlung „So machen Naturwissenschaften Spaß“. Mit dem Buch soll die Arbeit von Pädagogen und Eltern beim Experimentieren mit Kindern inspiriert und unterstützt werden. 

Hier kann das Buch „So machen Naturwissenschaften Spaß“ bestellt werden.