25 Jahre Dialog Schule - Chemie: Die Chemie-Roadshow „BioLab Baden Württemberg on Tour“ brachte zehn Jahre lang „hands-on-Science“ an die Schulen

16.06.2016

Vor 25 Jahren haben die Chemie-Verbände systematisch mit der Schularbeit auf Landesebene begonnen. Zum Jubiläum des Dialog Schule - Chemie schauen wir zurück und zeigen, was ein Vierteljahrhundert Dialog ausgemacht hat. Mehr Spaß an Naturwissenschaften für die Schüler – und mehr Ideen und Unterstützung für die Lehrer: Seit 1991 setzt sich der Dialog Schule - Chemie (DSC) für die Zusammenarbeit von Chemie-Unternehmen und Schulen ein. Zum Jubiläum werfen die Verbände einen Blick zurück auf herausragende Projekte.

Ein vom DSC tatkräftig unterstütztes Angebot war das „BioLab Baden Württemberg on Tour“. Die mobile Kampagne informierte 10 Jahre an den Schulen über die vielfältigen Ausbildungsberufe in der Chemie-Industrie und gab Schülern die Möglichkeit zum Experimentieren. Für die Verbände war von Anfang an das Ziel klar: „Wir wollten Naturwissenschaften und Biotechnologie verstärkt in die Schulen bringen“, so Ralf Müller, Geschäftsführer der Chemie-Verbände. Ein Anliegen, das für den DSC aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels bis heute nicht an Bedeutung verloren hat.

Werbung pur für Naturwissenschaften

Im Jahr 2003 rief die Baden-Württemberg Stiftung mit Unterstützung der Chemie-Verbände das BioLab ins Leben. Mit seiner Ausstattung war das rollende Ausstellungsfahrzeug eines der ersten und größten MINT-Projekte europaweit. Sein Motto „Forschung, Leben, Zukunft“ stand für zielgruppengerecht aufbereitete Informationen und den offenen Dialog mit dem Publikum. Das Konzept der Kampagne ging schnell auf: Oft haben Schüler direkt angeregt, den BioLab-Truck an die Schulen zu holen. Und häufig waren die Veranstaltungen waren überbucht.

Mehr als 270.000 Teilnehmer erreichte die Roadshow. An 1.980 Einsatztagen hatte der Bus seine Türen für Ausstellungsbesucher geöffnet –  Schüler konnten dann im Labor experimentieren und forschen. Immer im Gepäck waren Informationen über Anwendung und Entwicklungspotenziale der Biotechnologie. Der Blick zurück zeigt: Schüler, Lehrer und die Öffentlichkeit waren gleichermaßen von der rollenden Kampagne begeistert. 

Ursprünglich nur auf zwei Jahre angelegt, ging die Kampagne viermal in die „Verlängerung“ – immer mit Unterstützung durch die Unternehmen, die Chemie-Verbände, den VCI und den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. Im Juli 2013 hat das BioLab zum letzten Mal Station an einer Schule in Baden-Württemberg gemacht.  Während seiner Laufzeit hat das Labor an 1.035 Standorten informiert und begeistert. Insgesamt hat das BioLab 912 Schulen in Baden-Württemberg besucht.

Wer hat vom BioLab profitiert?

Zielgruppe waren Schüler weiterführender Schulen. Sie erhielten während ihrer Praktika lehrplangerechte Informationen. Für drei Stunden konnten bis zu 20 Teilnehmer im vollständig eingerichteten Genlabor forschen. Was besonders gut ankam: Die Anleitung durch junge Wissenschaftler an Bord des Mobils. Sie klärten individuelle Fragen und begleiteten als Tutoren durch das Labor. Im Blickpunkt waren immer aktuelle Anwendungsbeispiele – beispielsweise der genetische Fingerabdruck. Die Erkenntnisse führten bei den Schülern zu zahlreichen  Fragen über Ausbildungs-, Studien- und Berufswege in der Chemie- und Pharmabranche. Beim Informationsaustausch wurde deutlich: Die beruflichen Erfahrungswerte der wissenschaftlichen Betreuer waren gefragt.

Dialogangebot wurde gut genutzt

Auch Lehrkräfte, Eltern, Medienvertreter und die breite Öffentlichkeit waren eingeladen, in die Hintergründe der Biotechnologie einzutauchen. „Offene Türen im BioLab“, geführte Ausstellungsbesuche sowie Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen waren gut besucht. Der Plan, fundiert und sachlich zum Thema Biotechnologie zu informieren, ging auf. Auch die Medienresonanz zeigt: Nach 10 Jahren war das Mobil immer noch im Blickpunkt der Journalisten. Mehr als 3.370 Veröffentlichungen erschienen in Print, Online, Hörfunk und TV. Die Medien interessierten sich vorwiegend für Interviews mit den Wissenschaftlern und die Begleitung eines Schülerpraktikums. Daneben war das BioLab auch bei anderen Veranstaltungen präsent: von Fach- über Berufsmessen bis hin zu Unternehmenseinweihungen.

Fazit: MINT kam in Fahrt

Seit einigen Jahren ist in Baden-Württemberg eine Steigerung der Studienanfänger in den MINT-Fächern zu verzeichnen. Daran hatten die Touren des Biolab sicherlich ihren Anteil. Viele Teilnehmer entschieden sich nach dem Praktikum im BioLab für einen Ausbildungsberuf in der Biotechnologie. Auch die Lehrer waren von den BioLab-Kursen nachhaltig begeistert: „Die Klausurenschnitte werden deutlich besser. Außerdem lernen die Schüler mehr und befassen sich intensiver mit dem Unterrichtsstoff“, berichtete ein Schulleiter aus Pfullingen. Übrigens: keine andere Informationsinitiative zu den modernen Lebenswissenschaften und der Biotechnologie bundesweit war länger im Einsatz.