Stolperstein für Impfstoffversorgung

21.01.2019

Die Impfstoffpreise in Deutschland liegen derzeit auf dem Niveau anderer EU-Länder. Nach dem Termin- und Versorgungsgesetz-Entwurf soll auf die Impfstoffpreise ein zusätzlicher, pauschaler Zwangsrabatt in Höhe von 5 Prozent (bzw. von 10 Prozent für saisonale Grippeimpfstoffe) erhoben werden. Dies bedeutet laut dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) nicht nur eine massive finanzielle Belastung für alle Impfstoffhersteller. Auch die Attraktivität des deutschen Marktes sinkt deutlich. Angesichts globalen Wettbewerbs, weniger Anbieter, begrenzter Produktionskapazitäten und eines weltweit steigenden Bedarfs an Impfstoffen sei diese Maßnahme versorgungspolitisch höchst riskant. Sie laufe dem an anderer Stelle im Gesetzentwurf formulierten Anliegen, die Liefer- und Versorgungssicherheit zu verbessern, zuwider. 

Die vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer kritisiert den Entwurf scharf: „Die geplante massive Erhöhung der Herstellerabschläge bei Impfstoffen gefährdet die angestrebte bessere Versorgungssicherheit. Gleichzeitig finden sich im Gesetzentwurf derzeit keine Maßnahmen, die den Fokus der Krankenkassen stärker auf die Impfförderung lenken. Diese Schieflage muss korrigiert werden.“ Die Erhöhung des Zwangsrabattes bei Impfstoffen wäre ein Stolperstein auf dem Weg zu einer besseren Impfstoffversorgung in Deutschland. Sie könnte dazu führen, dass weniger Impfstoff auf den Markt kommt: Wenn etwa die weltweite Nachfrage größer ist als der verfügbare Impfstoff greifen Marktmechanismen. Dazu gehören realistische Preise. Das könnte bei der Knappheit bestimmter Impfstoffe (z.B. gegen Grippe) darüber entscheiden, wohin Impfstoff – der sich nicht auf Knopfdruck nachproduzieren lässt – geliefert wird. Mit anderen Worten: Wie die Versorgungslage in Deutschland ist, so Fischer.

Weitere Informationen unter: www.vfa.de