Einwanderung: Dem Fachkräftemangel entgegentreten

17.07.2018

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) betont: Der demografische Wandel ist eine der Ursachen für das sich stetig verringernde Arbeitsvolumen in Deutschland. Der absehbare Fachkräftemangel bremst zudem die Innovationsdynamik der Unternehmen. Das stellt Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Chancen liegen in der Zuwanderung: deshalb sollte  qualifizierten Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland, die in Deutschland arbeiten wollen, bei entsprechendem Bedarf die Migration ermöglicht werden.

Der Standpunkt der Chemie-Arbeitgeber in Deutschland: Sie begrüßen die im Koalitionsvertrag vereinbarten Planungen, ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz zu erarbeiten. Für Zuwanderung muss nach den Chemie-Arbeitgebern der Bedarf der Volkswirtschaft, das Alter der Migranten, deren Sprachkenntnisse, der Nachweis eines konkreten Arbeitsplatzes sowie die Sicherung des Lebensunterhalts berücksichtigt sein.

Die Fakten

  • In den nächsten 20 Jahren sinkt die Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland um rund 1 Million auf gut 41 Millionen.
  • Zur demografischen Entwicklung tritt der Trend zur Teilzeit: Beide Ursachen zusammen verringern das bestehende Arbeitsvolumen laut IW Köln im Zeitraum 2015 bis 2035 um 2,8 Prozent.
  • 67 Prozent der Betriebe sehen nach einer DIHK-Umfrage ihre Innovationstätigkeit durch den Fachkräftemangel bereits heute eingeschränkt.
  • Jedes zweite Unternehmen in Deutschland sucht laut Innovationsreport des DIHK verstärkt im Ausland nach qualifizierten Mitarbeitern.

Die Standpunkte des BAVC:

Erwerbsmigration in Einwanderungsgesetz regeln

Der Gesetzgeber muss differenzierende Regeln schaffen: Diese müssen unterscheiden zwischen Menschen mit Recht auf Asyl und denjenigen, die in Deutschland arbeiten wollen. Eine klare gesetzliche Regelung für Erwerbsmigration hätte Signalwirkung für Fachkräfte aus aller Welt. Der heute oftmals gewählte Umweg über das Asylverfahren könnte entfallen. Ein Punktesystem könnte die bedarfsorientierte Steuerung der Einwanderung sichern und dem Fachkräftemangel zielgerichtet entgegenwirken.

Spurwechsel für Asylbewerber ermöglichen

Vom Asylbewerber zum Erwerbsmigranten: Gut qualifizierte Asylbewerber in einem deutschen Arbeitsverhältnis können über ein Einwanderungsgesetz eine Perspektive erhalten. Das gibt Arbeitgebern Sicherheit und fördert zudem die Integration. Um Missbrauch zu verhindern, bietet sich eine Stichtagsregelung an.

Innovationsdynamik sichern

Innovation ist ein Garant für erfolgreiches Unternehmertum. Innovation braucht jedoch qualifizierte Fachkräfte, unabhängig von ihrer Nationalität. Erleichterungen bei der Einstellung und Bindung von Fachkräften stärken die Wettbewerbsfähigkeit und sichern so Beschäftigung. Der absehbaren Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland müssen wir rechtzeitig entgegentreten.