Think Tank Industrielle Ressourcenstrategien in Karlsruhe: Hier entsteht eine Denkfabrik für „mehr aus weniger“ / VCI von Anfang an dabei

11.01.2018

Baden-Baden – 11. Januar 2018. Für den Verband der Chemischen Industrie in Baden-Württemberg (VCI) ist die Einrichtung des Think Tanks „Industrielle Ressourcenstrategien“ durch die baden-württembergische Landesregierung ein wichtiger und wegweisender Industriepolitischer Schritt. „Der VCI unterstützt die Initiative mit Nachdruck“, unterstrich Thomas Mayer, VCI-Hauptgeschäftsführer. Für die chemische und pharmazeutische Industrie ist die Effizienzverbesserung beim Einsatz von Ressourcen wie Energie oder Rohstoffen seit Jahren klares Ziel und Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.

Der Think Tank soll Impulsgeber für die Entwicklung neuer Möglichkeiten sein und insgesamt die industrielle Ressourceneffizienz fördern. Diese Idee hat der Verband deshalb von Anfang an unterstützt. Als einziger Industrieverband beteiligt sich der VCI auch an der Finanzierung des Think Tank.

VCI vom Start an dabei

Im Herbst 2014 wurden die ersten Überlegungen zum Think Tank mit der Landesregierung diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt. „Der VCI hat mit seiner fachlichen Kompetenz bei der Ausgestaltung der jetzt verabschiedeten Form mitgewirkt,“ erläutert Thomas Mayer. In der Chemie- genauso wie in der Pharmaindustrie ist viel Wissen und Erfahrung zum gezielten Einsatz und zur Schaffung alternativer Ressourcen vorhanden.

Ressourceneffizienz untersuchen und strategisch entwickeln

Wichtiges Ziel: Die Industrie muss heute und noch mehr in Zukunft „mehr aus weniger Ressourcen machen beziehungsweise neue Ressourcen einsetzen“, so Mayer. Hier kann eine Einrichtung wie der Think Tank helfen. Dabei soll „der Begriff Ressourceneffizienz so weit wie möglich gefasst werden“, so der VCI-Hauptgeschäftsführer weiter.

Beispielsweise soll die Rückgewinnung von für die Industrie wichtigen Rohstoffen untersucht und weiterentwickelt werden. Auch ist für die Unternehmen interessant, wie mit immer weniger Rohstoffeinsatz produziert werden kann. Hier spielt auch die intelligente, digital vernetze Verbundproduktion eine wichtige Rolle.

Für die Chemie- und Pharmaunternehmen besonders wichtig ist auch der Aspekt Energie. Hier hoffen die Unternehmen, dass der Think Tank weitere Einsparpotentiale identifizieren kann. Auch ganz neue Aspekte für einen besseren Einsatz teurer Ressourcen sind gefragt. Das dient besonders der Sicherung der aktuellen und zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Plan und Struktur

Die Denkfabrik ist zunächst auf vier Jahre angelegt und finanziert. In diesem Zeitraum steuern das Land und die Industrie jährlich jeweils eine Million Euro bei. Danach wird der Erfolg geprüft und entschieden, wie es weitergehen soll. Angesiedelt wird der Think Tank in Karlsruhe am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT). Der KIT-Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Hirth wird Sprecher der Einrichtung.

Aus der chemischen und pharmazeutischen Industrie haben sich neben dem VCI die Unternehmen Umicore und Zeller+Gmelin beteiligt. Sie sind u. a. im Bereich seltene Metalle (Umicore) und Mineralölprodukte (Zeller+Gmelin) tätig und haben dort bereits umfassendes Knowhow und Erfahrungen in der Ressourceneffizienz gesammelt.

Hintergrund zum Think Tank

Die Broschüre des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart kann hier heruntergeladen werden.