Positive Reaktion der Pharmaverbände: Neuer Standort der Europäischen Arzneimittelagentur ist Amsterdam

29.11.2017

Die Europäische Union hat sich für Amsterdam als neuen Standort der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) ausgesprochen. „Die Entscheidung über den neuen Sitz der bedeutenden Behörde ist eine vernünftige. Amsterdam erfüllt alle geforderten Kriterien, um die täglichen Aufgaben der Agentur reibungslos fortzuführen“, erklärt Dr. Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) dazu.
 
Der BPI hatte die Mitgliedstaaten mehrfach aufgefordert, sich für die Funktionsfähigkeit der Agentur nach dem Umzug einzusetzen. Mit der objektiven Wahl des Standortes Amsterdam wurden nun die bestmöglichen Voraussetzungen für einen Umzug geschaffen, so der Verband. Der Umzug soll möglichst 2018, spätestens Anfang 2019 erfolgen. Zweidrittel der knapp 900 EMA-Mitarbeiter hatten sich in einer Umfrage für einen Umzug nach Amsterdam bereit erklärt. Der Umzug der EU-Behörde von London nach Amsterdam wurde im Kontext des Brexits notwendig. Die EMA musste wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens so schnell wie möglich in eines der 27 bleibenden EU-Länder umgesiedelt werden.

Auch den pharmazeutischen Unternehmen bietet die Gewissheit über den neuen Standort nun ein Stückweit Planungssicherheit, wenn sie ohne Unterbrechungen und Schwierigkeiten ihre Medikamente für den Markt zulassen können. Zentgraf: „Das Votum für Amsterdam war schlussendlich auch eine Entscheidung für die Patienten.“

Dder Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) bewertet den Umzug ebenfalls positiv. Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes sagte dazu: "Die Handlungsfähigkeit der EMA ist für das gesamte Gesundheitswesen der EU von größter Bedeutung. Diese muss deshalb vor, während und nach dem Umzug gewährleistet sein. Daher begrüßt der vfa, dass jetzt als erster Schritt mit dem Zuschlag für Amsterdam eine Entscheidung zum künftigen Standort der European Medicines Agency (EMA) gefällt wurde."

Fischer ergänzt: "Die Verfügbarkeit zugelassener und die Zulassung neuer Medikamente hat direkte Konsequenzen darauf, welche Chancen auf Genesung oder Linderung Patienten haben. Das muss in den Brexit-Verhandlungen frühzeitig und gebührend berücksichtigt werden. Übergangslösungen und langfristige Kooperationsvereinbarungen könnten sicherstellen, dass unabhängig von den Verhandlungen über andere Rechtsfragen der Zugang von Patienten zu oft überlebenswichtigen Therapien in der EU ebenso wie in UK nicht beeinträchtigt wird."
 

Weitere Informationen unter www.bpi.de und www.vfa.de