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Arsen – das Gift

12.05.2020

Arsen ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 33. Im Periodensystem der Elemente ist es unter dem Symbol As in der 5. Hauptgruppe, der Stickstoffgruppe, zu finden.

Vorkommen: Das in der Natur vorkommende Arsen steckt hauptsächlich in Gesteinen. Große Fundorte sind bei uns der Schwarzwald und der Odenwald.

Verwendung: Medizinisch in der Homöopathie und in Medikamenten. Dass Arsenverbindungen eine Wirkung auf Tier und Mensch besitzen, wurde bereits früh erkannt. So werden therapeutische Präparate in der traditionellen chinesischen Medizin seit mindestens 2400 Jahren verwendet, etwa gegen Parasiten oder zur Behandlung von Neurodermitis. Der Arzt und Alchemist Paracelsus empfahl ebenfalls manche Arsenverbindungen zur Behandlung von Krankheiten. Er erkannte auch, dass es entscheidend auf die Dosierung der Arsenpräparate ankommt. Dies begründet sich auf der hohen Toxizität der meisten arsenhaltigen Substanzen. Während metallisches Arsen nicht giftig ist, sind dessen Verbindungen sehr giftig. Arsen wird als Pflanzenschutz in Weinbau und Holzwirtschaft eingesetzt und zum Entfärben in der Glasherstellung. Die Elektro-Industrie nutzt Arsen für Legierungen, in der Halbleiter-Industrie beeinflusst es die elektrische Leitfähigkeit und ermöglicht so den Bau von Dioden, Computerchips und LEDs.

Interessant: Der erste Kontakt von Menschen mit Arsen lässt sich aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. nachweisen: In den Haaren der im Gletschereis erhaltenen Mumie des volkstümlich Ötzi genannten Alpenbewohners ließen sich größere Mengen Arsen nachweisen, was archäologisch als Hinweis darauf gedeutet wird, dass der betroffene Mann in der Kupferverarbeitung tätig war – Kupfererze sind oft mit Arsen verunreinigt.

Arsen und „giftgrün“: Leuchtendes „Schweinfurter Grün“ war Anfang des 19. Jahrhunderts eine beliebte Arsen-Farbe für Tapeten. Sie wurde bald verboten, prägte aber den Ausdruck „giftgrün“.

Arsen in der Geschichte: Ein berüchtigtes Mordgift war das in Italien um 1690 durch die neapolitanische Giftmischerin Teofania di Adamo produzierte „Aqua Tofana“, dem zuerst zahlreiche Ehemänner und später auch hochstehende Persönlichkeiten und sogar Päpste zum Opfer fielen. Nur sechs oder sieben Tropfen des geruch- und geschmacklosen „Wassers“ im Tee oder Wein verursachten den Tod nach einigen Tagen. Das Wasser konnte als kosmetisches Mittel getarnt in ganz Europa in kleinen Fläschchen unter der Bezeichnung „Manna des heiligen Nikolaus von Bari“ in Neapel bestellt werden. Die Herstellerin wurde von der Polizei gefasst und öffentlich hingerichtet. Zahlreiche Prozesse in ganz Europa folgten, um die Anwender des erworbenen Giftes zu verurteilen.

Zum Einsatz von Arsen als Medikament: https://faszinationchemie.de/wissen-und-fakten/news/arsen-medikament-und-erbschaftspulver/

Über die Ökonomie des Elements: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2016/lust/arsen-as