Energieeffizienz

Ressourceneffizienzkongress: Forderung nach "Think Tank" für Industrie- und Ressourcenpolitik

25.09.2014

Neue Ideen und Konzepte für mehr Ressourceneffizienz war ein zentrales Thema, das die Teilnehmer des Ressourcen- und Kreislaufwirtschaftskongresses in Karlsruhe beschäftigt hat. Auf der Veranstaltung trafen sich am 25. und 25. September über 600 Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Zentrum für Kunst Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe, um wesentliche Fragen des Umgangs mit begrenzten Rohstoffen zu diskutieren. Der Kongress, den das baden-württembergische Staatsministerium sowie die Ministerien für Finanzen und Wirtschaft, für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausrichtete, fand 2014 bereits zum dritten Mal statt. Umweltminister Franz Untersteller unterstrich bei der Eröffnung das Anliegen der Landesregierung eine Landesstrategie für Ressourceneffizienz zu definieren: "Es geht darum, Wege zu finden, unseren Resourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln und Baden-Württemberg zu einem Leitmarkt und Leitanbieter von Ressourceneffizienztechnologien zu machen".

Industrieverbände und Landesregierung sollen Ideenfabrik aufbauen

Um dem näher zu kommen, hatte das Umweltministerium beim Fraunhofer-Insitut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT eine Studie in Auftrag gegeben. Professor Martin Faulstich von der TU Clausthal, betonte bei der Übergabe der Studienergebnisse die Notwendigkeit mit maßgeblichen Industrieverbänden und der Landesregierung einen "Think Tank" für Industrie- und Ressourcenpolitik aufzubauen: "Mit dieser Ideenfabrik kann die Spitzenstellung Baden-Württembergs bei der Ressourceneffizienz weiter ausgebaut werden". Der "Think Tank" solle dazu beitragen gesellschaftspolitische und volkswirtschaftliche Ziele zusammenzuführen. Er solle in Form einer außeruniversitären Forschungseinrichtung Industrie und Politik strategisch beraten. Denkbar sei, so Faulstich, die Institution in Baden-Baden anzusiedeln.

Fünf Projekte für mehr Ressourceneffizienz

Faulstich, der auch als Sachverständiger für Umweltfragen der Bundesregierung tätig ist, erläuterte vier weitere Projekte, die laut der Studie  von der Landesregierung angestoßen werden müssten: Die Einrichtung eines Forschungs- und Entwicklungsverbundes Ressourceneffizienz, die Etablierung einer Demontagefabrik im urbanen Raum, der Bau einer zentralen Phosphor-Recyclinganlage sowie die Entwicklung einer der effizientesten Rohstoff-Minen der Welt. Umweltminister Franz Untersteller erklärte, die fünf Projekte ergänzten die von der Landesregierung begonnenen Aktivitäten. "Förderung und Wiedergewinnung von Rohstoffen auf der einen Seite, sowie Innovation und technologische Entwicklung auf der anderen Seite sind Bereiche, in denen wir arbeiten müssen, um unsere Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern". Nach Möglichkeit würden die Projekte Teil der umfassenden Landesstrategie Ressourceneffizienz. Voraussetzung sei allerdings, dass man die nötigen Partner dafür finde.