i
Anfahrt und Telefon

Allee Cité 1 | 76532 Baden-Baden

agvChemie
VCI Baden-Württemberg
BPI Landesverband Baden-Württemberg
VdL Bezirksgruppe Baden-Württemberg
Newsletter VCI BW VCI

Zirkuläres Wirtschaften als Chance:
Wie die Chemie- und Pharmaindustrie gemeinsam die Zukunft gestaltet

Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Zukunftskonzept, sondern längst ein entscheidender strategischer Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Industriestandorts. Der erfolgreiche Auftakt der bundesweiten „Chemie³-Roadshow Kreislaufwirtschaft“ in Stuttgart hat eindrucksvoll gezeigt: Der Wandel gelingt am besten durch echten Praxisaustausch, neue Allianzen und mutiges Vorangehen.

Die derzeitige Lage für die chemisch-pharmazeutische Industrie ist geprägt von globalen Unsicherheiten, volatilen Märkten und Rohstoffabhängigkeiten. Doch genau in dieser Dynamik liegt ein Ansporn für Innovationen. Dementsprechend stand die Auftaktveranstaltung, mit der wir zu Gast bei den UBW in Stuttgart waren, unter dem passenden Titel: Zirkuläres Wirtschaften als Chance in herausfordernden Zeiten.

Kreislaufwirtschaft verringert Risiken in den Lieferketten, schont Ressourcen und sichert zukunftsfähige Arbeitsplätze. Dass zirkuläre Ansätze keinesfalls Selbstzweck sind, sondern konkreten wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen, verdeutlichten bereits die Eröffnungsimpulse der Chemie³-Partner aus VCI, IGBCE und BAVC. Es geht darum, nachhaltige Werte zu schaffen, Standortresilienz aufzubauen und im internationalen Wettbewerb führend zu bleiben.

Branchenkonsens zum Auftakt: „Die Technologien für eine zirkuläre Wirtschaft entstehen nicht im Labor allein. Sie brauchen Unternehmen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen, und starke Partner entlang der Wertschöpfungskette. Die großen Innovationssprünge gelingen dort, wo Forschung, Industrie und Beschäftigte gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Spannende Einblicke: Von der Strategie zur Unternehmenspraxis

Wie die Transformation im Detail aussehen kann, das machten die Vorträge unseres hochkarätigen Referenten-Teams im Laufe des Tagesprogramms deutlich. Den Auftakt machte Dr. Christian Kühne (THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien) mit einer Einordnung, wie die Kreislaufwirtschaft industrielle Wertschöpfung in Deutschland halten kann. Ergänzt wurde dies durch ein kompaktes Update von Dr. Aliaksandra Shuliakevich (PlasticsEurope Deutschland e.V.) zu den wichtigsten regulatorischen Leitplanken – vom Critical Raw Materials Act bis hin zum Digitalen Produktpass.

Wie die Umsetzung in der Praxis bereits gelingt, zeigten zwei regionale Vorreiterinnen: Dr. Annegret Vester (CHT Group) und Dr. Evelyn Wuttke (Boehringer Ingelheim) gewährten einen aussagekräftigen Blick auf Praxisbeispiele aus ihren Unternehmen, benannten Hürden und stellten praxiserprobte Lösungswege vor.

Echter Austausch und neue Perspektiven an den Roundtables

Ein Highlight des Tages war der interaktive Erfahrungsaustausch im zweiten Veranstaltungsteil: An drei parallelen Roundtables diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv über konkrete Umsetzungsfragen:

  • Arbeitsplatz von morgen & Future Skills: Auf Impuls von Wilhelm Tholen (Aluminium Rheinfelden Alloys GmbH) wurde die Rolle der Belegschaft für das Gelingen der Transformation beleuchtet. Vernetztes Denken, Qualifizierung und Veränderungsbereitschaft sind die Schlüsselkompetenzen der Zukunft.
  • Messbarkeit & Ökonomie: Prof. Dr. Tobias Viere (Hochschule Pforzheim) stellte Instrumente wie die Materialflusskostenrechnung vor, die helfen können, neben Ressourcen gezielt auch Kosten einzusparen.
  • Technologische Innovationen: Dr. Ronny Hanich-Spahn (Fraunhofer ICT) lieferte wertvolle Impulse zu den neuesten Recyclingtechnologien und Entwicklungen in der angewandten Forschung.

Fünf zentrale Erkenntnisse des Tages

  1. Die Materialflusskostenrechnung ist ein wirkungsvoller erster Schritt, um Transparenz über Stoffströme zu gewinnen sowie Material und Kosten gleichzeitig einzusparen.
  2. Ressourcen im Kreislauf halten: Tausch- und Rückgabebörsen für Chemikalien bieten ungenutztes Potenzial, um wertvolle Rohstoffe länger nutzbar zu machen.
  3. Best Practices nutzen: Praktische Leitfäden wie der Chemie³-Leitfaden Kreislaufwirtschaft bieten konkrete Inspiration für eigene Projekte.
  4. Future Skills verankern: Vernetztes Denken und Kooperation müssen in der gesamten Belegschaft verankert werden, um den Wandel aktiv mitzugestalten.
  5. Erfolgreiche Zirkularität entsteht durch Kooperation – etwa in regionalen Netzwerken wie Circular Länd und Circular Synergies.

Neue Kontakte knüpfen und Kooperationen schmieden

Den inspirierenden Abschluss bildeten die Netzwerkinseln für Industrie, Forschung und Förderung. Hier nutzten die Teilnehmenden ausgiebig die Gelegenheit, direkte Kontakte zu knüpfen, individuelle Förderpotenziale auszuloten und partnerschaftliche Projektideen zu spinnen. Das ist umso wichtiger, als der Wandel nicht im Alleingang gelingt. Die Roadmap zur Zirkularität braucht Plattformen wie die Chemie³-Roadshow, die Menschen zusammenbringen und Synergien stiften.

Die Roadshow geht weiter!

Der Auftakt in Stuttgart war erst der Anfang. In den kommenden Monaten macht die Chemie³-Roadshow Kreislaufwirtschaft Halt in weiteren Regionen Deutschlands – unter anderem in Frankfurt am Main, Hannover und Bayern.

Jetzt Termine entdecken und kostenfrei anmelden unter: chemie3.de/roadshow-kreislaufwirtschaft