i
Anfahrt und Telefon

Allee Cité 1 | 76532 Baden-Baden

VCI Baden-Württemberg
BPI Landesverband Baden-Württemberg
VdL Bezirksgruppe Baden-Württemberg
Presse agvChemie Tarifpolitik

Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen

Der Beirat im Gespräch

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland befindet sich in einem anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung. Auch im Südwesten spüren die Unternehmen die gleichen Belastungen wie bundesweit. Gerade mit Blick auf die kommende Landtagswahl ist es dem agvChemie ein Anliegen, die notwendigen politischen Rahmenbedingungen für eine Stärkung der Industrie in den Vordergrund zu rücken.

Aus diesem Anlass trafen sich der Beirat des agvChemie unter der Leitung seines Vorstandsvorsitzenden, Patrick Krauth, und Hauptgeschäftsführer Björn Sucher im November mit Dr. Patrick Rapp, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, zu einem Austausch über die wirtschaftliche Lage im Land.

Wirtschaftliche Lage

Die Ursachen für den Abschwung sind klar benannt: hohe Energiepreise, regulatorische und geopolitische Belastungen, schwache Nachfrage und insgesamt hohe Arbeits- und Sozialkosten. Hier muss die Politik Entlastung schaffen. Besonders die Chemie im engeren Sinn kämpft mit erheblichen strukturellen Herausforderungen. Laut Branchenzahlen lagen die Auftragseingänge 15 % unter dem Niveau von 2021. Die Produktion ging sogar um 21 % zurück. Während die Produktivität zurückgeht, steigen die Lohnstückkosten immer weiter.

Tarifpolitik: Verantwortung gemeinsam tragen

Um Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, muss nicht nur die Politik ihren Teil beitragen. Der aktuelle Tarifvertrag endet am 28. Februar 2026 – und mit ihm laufen Vereinbarungen aus, die in den vergangenen Jahren erhebliche Vorleistungen der Arbeitgeber beinhalteten, insbesondere die gestaffelten Entgelterhöhungen von insgesamt 6,85 % sowie umfangreiche Einmalzahlungen. Vor diesem Hintergrund appelliert Patrick Krauth an den Tarifpartner, in der bevorstehenden Runde besonnen zu agieren. Die Branche braucht Stabilität, keine zusätzlichen Belastungen. Lohnkosten sind ein von den Sozialpartnern direkt beeinflussbarer Faktor. Das Ziel muss sein, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wiederzugewinnen, den Beschäftigten langfristig Perspektiven zu bieten und Investitionen wieder zu ermöglichen. „Die Sozialpartnerschaft in der Chemie hat sich bewährt, muss aber erneut ihre Stärke beweisen. Unsere Mitglieder brauchen jetzt eine tarifpolitische Atempause“, so Björn Sucher.