Das Wichtigste auf einen Blick:
- Aus einem Werk mit 57 Mitarbeitenden und einer Beschichtungsanlage entwickelte sich seit 1961 ein Standort mit 550 Beschäftigten, der konzernweit die größten Klebebandmengen produziert.
- Die Werkerweiterung umfasst ein neues Produktionsgebäude mit 4.500 Quadratmeter Fläche. Ab 2027 sollen dort Klebmassen hergestellt und zu Klebebändern verarbeitet werden.
- Der Standort hat eine hohe Mitarbeiterbindung: Die Beschäftigten bleiben dem Unternehmen im Schnitt 15 Jahre treu, 34 Mitarbeitende arbeiten sogar seit mehr als vier Jahrzehnten dort.
Es riecht nach frischem Beton und nach Zukunft im Neubau beim Unternehmen tesa im badischen Offenburg. Den Standort, wo der gleichnamige Klebefilm produziert wird, gibt es jetzt schon seit 65 Jahren – warum das Werk jetzt noch größer wird, hat aktiv sich beim Richtfest angesehen.
„Wir investieren hier sehr bewusst“, sagt CEO Dr. Kourosh Bahrami. „An erster Stelle, weil ihr da seid“ – sein Blick schweift über die große Traube der Mitarbeitenden. Was die Belegschaft an diesem Standort auszeichne, seien hohe Expertise und starke Mannschaftsleistung.
Die Nachfrage aus der Industrie steigt
Mit der Werkerweiterung reagiert das Unternehmen auf die wachsende Nachfrage nach Industrieklebeband-Lösungen, insbesondere in der Auto-, Elektronik-, Druck- und Papier-Industrie. Solche Klebebänder werden zum Beispiel dafür verwendet, um in Fahrzeugen Kabelbäume zu bündeln oder Bauteile auf Leiterplatten zu fixieren.
Insgesamt durchlaufen rund 2.000 Produkte und Systemlösungen die Beschichtungs- und Schneideanlagen. Rund 70 Prozent der Produktion fließen in strategische Märkte wie die Automobil- und Elektro-Industrie.
Auf dem Werkgelände steht schon der Rohbau des neuen 4.500 Quadratmeter großen Produktionsgebäudes. Hier wird voraussichtlich ab 2027 Klebmasse hergestellt und auf einer Beschichtungsanlage zu Klebebändern verarbeitet. Die Investition im zweistelligen Millionenbereich schafft neue Kapazitäten.
„Die Erweiterung ist für uns vor allem ein strategischer Schritt“
Werkleiter Holger Rauth
Effizienz und moderne Prozesse
Werkleiter Holger Rauth erklärt: „Die Erweiterung ist für uns vor allem ein strategischer Schritt, um unsere Produktion in Offenburg zukunftsfähig aufzustellen: mit mehr Leistungsfähigkeit, moderneren Prozessen und einer klaren Perspektive für den Standort.“
tesa setzt auf eine Vertrauenskultur, hohe Eigenverantwortung und lebenslanges Lernen. Wer hier arbeitet, bleibt im Schnitt 15 Jahre – 34 Mitarbeitende sind sogar schon mehr als 40 Jahre dabei.
Ein Standort wird 65 Jahre alt
Ausgewählt wurde der Standort Offenburg des Unternehmens tesa in den 1950er Jahren vor allem wegen seiner logistisch günstigen Lage in der Nähe mehrerer Länder.
Mit 57 Mitarbeitern und einer Beschichtungsanlage startete der Betrieb im Jahr 1961 – heute hat der Standort 550 Beschäftigte. Das Werk stellt konzernweit volumenmäßig die meisten Bänder her und produziert jährlich rund 200 Millionen Quadratmeter Klebeband. Allein mit dem berühmten Tesafilm könnte man jährlich 2.800 Fußballfelder abdecken.
Trend: Kleben statt Schrauben
Klebebänder für industrielle Anwendungen sind zunehmend gefragt. In der Auto-Industrie beispielsweise helfen Klebeverbindungen, das Fahrzeuggewicht zu reduzieren – und damit auch den CO2-Ausstoß. Nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) gewinnt die Klebtechnik weiter an Bedeutung, weil sie moderne Leichtbaukonzepte und die Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe ermöglicht.
