| Baden-Baden, den 17.07.2026 | Bürokratie und Regulierung bleiben mit Abstand die größten Belastungsfaktoren. Hinzu kommen hohe Rohstoff-, Arbeits- und Energiekosten, steigende Steuer- und Abgabenlasten sowie langwierige Genehmigungsprozesse. Der Konflikt im Nahen Osten hat die Situation zusätzlich verschärft: Rohstoffe, Vorprodukte und Logistikleistungen haben sich spürbar verteuert, Lieferkettenprobleme und Handelskonflikte nehmen wieder zu. Besonders besorgniserregend sind die langfristigen Auswirkungen auf Investitionen und Innovationen. Während viele Unternehmen für ihre internationalen Märkte weiterhin Wachstumspotenziale sehen, bleibt der Ausblick für das Deutschlandgeschäft verhalten. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, neue Investitionen am Standort Deutschland vorzunehmen. Auch Forschung und Entwicklung werden zunehmend international ausgerichtet. Hauptgründe sind hohe Standortkosten, regulatorische Belastungen, die Energie- und Klimapolitik sowie mangelnde Planungssicherheit. Die Lage in Baden-Württemberg Mehr als 36 Prozent der befragten Unternehmen aus Baden-Württemberg rechnen mit einem Umsatzrückgang für das laufende Geschäftsjahr, darunter mehr als 10 Prozent sogar in stärkerem Ausmaß. Dies wirkt sich auch auf die Investitionsbereitschaft aus: Mehr als 41 Prozent der Befragten verringern ihre Investitionen am Standort Deutschland, während ein ebenso hoher Anteil Investitionsverlagerungen ins Ausland bereits angestoßen hat. Als entscheidende Faktoren dafür wurden die Kosten in Deutschland (82 Prozent) sowie die Energie- und Klimapolitik (78 Prozent) angegeben. Als größte Innovationshemmnisse führten die antwortenden Unternehmen Regulatorik und Bürokratie (79 Prozent) sowie die Langsamkeit in der Genehmigungspraxis (76 Prozent) an. Zusätzliche Belastungsfaktoren kommen durch den Krieg am Persischen Golf hinzu: So sehen gut 78 Prozent der befragten Unternehmen gestiegene Rohstoffkosten als schwere bis sehr schwere Belastung. Für Paul Wiggermann, den Vorsitzenden des VCI BW, zeichnet die Erhebung ein eindeutiges Bild: „Es wird höchste Zeit, die Abwärtsspirale der Branche zu stoppen. Unsere Umfrage zeigt, dass für unsere Unternehmen die größten Problemfaktoren solche sind, die wir in Deutschland selbst in der Hand haben. Das ist ein dringender und klarer Handlungsauftrag an Politik und Gesellschaft, die Rahmenbedingungen konsequent anzupassen. Deshalb braucht es jetzt den Chemie- und Pharmapakt Baden-Württemberg!“ André Olveira-Lenz, Hauptgeschäftsführer des VCI BW ergänzt: „Der Mittelstand ist mit 80 Prozent Anteil die tragende Säule der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg. Wenn die Unternehmen aufhören, am Standort zu investieren und zu forschen, steht die wirtschaftliche Zukunft des ganzen Landes auf dem Spiel. Wir müssen den Standort endlich wieder auf Vordermann bringen – und das mit vereinten Kräften.“ Über den VCI Baden-Württemberg Der Verband der Chemischen Industrie e.V. Baden-Württemberg (VCI BW) vertritt insgesamt 316 Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg mit einem Gesamtumsatz von 31,6 Mrd. Euro (2025) und landesweit 76.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (2025). Der VCI hat mit dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und dem Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie zwei eigenständige Fachverbände, welche die Interessen der Unternehmen in den jeweiligen Teilbranchen vertreten. Vorsitzender des VCI BW ist Paul Wiggermann | | | Die wichtigsten Umfrageergebnisse für Baden-Württemberg im Überblick - 84,5 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg sehen Bürokratie und Regulatorik als schwere bis sehr schwere Belastung an.
- 78,4 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg sehen Rohstoffkosten als schwere bis sehr schwere Belastung an.
- 43,1 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg erwarten einen Rückgang der Ertragslage für 2026.
- 41,4 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg verlagern Investitionen ins Ausland.
- 67,2 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg forschen und entwickeln in Deutschland.
- 89,6 % der befragen Unternehmen in Baden-Württemberg beurteilen die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen in Deutschland für Ihre langfristige Unternehmensplanung als eher sprunghaft bis unberechenbar.
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