Das Wichtigste auf einen Blick:
- Das Unternehmen Uzin Utz will durch neue Produkte und Märkte aus seiner Nische herauswachsen.
- Die Gründe: In der NIsche wird der Wettbewerb größer. Und: Die Bau-Industrie verändert sich grundlegend – deshalb werden neue Kundengruppen wichtig.
- Mit Investitionen in Automatisierung und Kooperationen treibt das Unternehmen die Transformation aktiv voran.
Transformation: Warum ist dieses Thema für Industrieunternehmen eigentlich so wichtig? Das zeigt das Beispiel Uzin Utz. Das Unternehmen ist in einer Marktnische sehr erfolgreich: Bodensysteme fürs Handwerk. Jetzt aber wollen Geschäftsführung und Belegschaft rauswachsen aus der Nische. Der Grund? In diesen Bereich drängen immer mehr Konkurrenten.
Wachsen, um im Wettbewerb weiterhin mithalten zu können
Julian Utz, einer der drei Geschäftsführer des Familienunternehmens, bringt es so auf den Punkt: „Wir wollen nicht irgendwann zu den Kleineren gehören, die nicht mehr mithalten können.“
„Grow bigger“ heißt deshalb die aktuelle Strategie der Geschäftsführung. Bis 2030 peilt sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 bis 12 Prozent pro Jahr an – und will ganz neue Produkte herausbringen.
Das Unternehmen ist spezialisiert auf alles von der Untergrundvorbereitung über die Verlegung bis zur Veredelung und Pflege von Bodensystemen, etwa Klebstoffe, Nivelliermassen, Maschinen und Werkzeuge für das Handwerk.
Das Unternehmen
- Uzin Utz ist ein Komplettanbieter für Bodensysteme.
- Das Familienunternehmen besteht seit mehr als 115 Jahren und hat weltweit rund 1.560 Mitarbeitende.
Jetzt haben die Ulmer zum Beispiel auch vor, Lösungen für Wände zu entwickeln, etwa im Bereich Akustikpaneele. Uzin Utz will dem Handwerk treu bleiben, aber die Grenzen erweitern und in Zukunft neue Kundengruppen in den Blick nehmen. Denn die Bauwelt verändert sich massiv! „Viele Arbeiten, die heute noch manuell erledigt werden, fertigt die Industrie künftig modular vor“, erklärt Philipp Utz.
„Wir begreifen die Herausforderungen nicht als Risiko, sondern als Chance“
Philipp Utz, Geschäftsführer
In den letzten Jahren hat die Geschäftsführung bereits investiert und neue Kapazitäten geschaffen
Wachstum ausgerechnet in konjunkturell schwierigen Zeiten? Dass sie das schaffen – darüber ist sich die Geschäftsführung einig. Denn in den letzten Jahren habe man bereits investiert und Kapazitäten geschaffen, etwa durch Automatisierung und Digitalisierung. „Wir begreifen die Herausforderungen nicht als Risiko, sondern als Chance“, sagt Philipp Utz, ebenfalls Geschäftsführer.
Uzin Utz steht exemplarisch für eine Herausforderung, die viele Unternehmen beschäftigt. Entscheidend ist, ob Unternehmen die Transformation aktiv gestalten. Genau das will Uzin Utz tun. Statt nur auf Veränderungen zu reagieren, investiert das Unternehmen in dynamische Zukunftsmärkte. Ein Beispiel dafür ist die jüngste Beteiligung an der Gropyus AG. Dort werden Gebäude-Elemente effizient vorgefertigt – auf hochautomatisierten Roboterstraßen.
Bauchemie – ein Milliardenmarkt
Ohne Produkte der chemischen Industrie gäbe es viele Bodenbeläge in Wohnungen und Büros nicht. Allein für Untergrundvorbereitung und Verlegung werden zahlreiche Produkte benötigt, etwa Estriche, Grundierungen, Spachtelmassen und Klebstoffe. Die Bauchemie ist weltweit ein riesiger Markt und ermöglicht zahlreiche Funktionen moderner Gebäude. Jährlich werden in diesem Bereich Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe (US-Dollar) erzielt.
