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Raffiniert abgeguckt:
Was der Wüstenkäfer mit dem Fassadenschutz des Baustoff-Spezialisten Sto zu tun hat

Stühlingen. Algen und Pilze wachsen überall, auch auf Hausfassaden. Dort verursachen sie Verfärbungen und Flecken. Zur Lösung des Problems haben sich Forscher des Baustoff-Spezialisten Sto aus Stühlingen von einem Käfer inspirieren lassen. Dafür gab es jetzt einen Preis vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung.

Wenn die Wände lange feucht sind, etwa durch Regen, Tau oder Nebel, siedeln sich die Mikroorganismen an. Um das zu vermeiden, sollte das Haus möglichst trocken bleiben. Dabei hilft eine spezielle Farbe („StoColor Dryonic“). Vorbild dafür ist der schwarze Nebeltrinker-Käfer. Um in der Hitze der Namibwüste an der Westküste Afrikas nicht zu verdursten, klettert das kleine Insekt täglich in der Morgendämmerung auf den Kamm der Sanddünen und macht dort einen Kopfstand. Wozu das?

„Die Morgenfeuchte kondensiert an seinem Rückenpanzer“, erklärt Reiner Schmid, Fassadenexperte bei Sto. „Die auf diese Weise gewonnenen Wassertröpfchen rinnen durch die Rillen seines Panzers direkt in sein Maul.“ Ohne diesen Trick könnte der Käfer nicht überleben: In der Namibwüste regnet es im Schnitt nur einmal pro Jahr.

Die Oberflächenstruktur des Käferrückens ist so einfach wie genial: Während die Spitzen die Feuchtigkeit anziehen und kondensieren lassen, wirken die Täler dazwischen wasserabführend. Übertragen auf die Farbe bedeutet das: „Regen und vor allem Tau kann sich nicht als Tröpfchen an der Oberfläche sammeln und wird auch nicht vom Fassadensystem aufgenommen“, erläutert Schmidt. „Es verteilt sich großflächig und wird schnell abgeführt.“ Die Wände trocknen deutlich schneller und sind ohne zusätzliche Wirkstoffe resistenter gegen Algen- und Pilzbefall.

So viel Know-how belohnte das Fraunhofer-Institut mit dem Preis „Oberfläche des Jahres“. Er wird jährlich für innovative Anwendungen und Technologien vergeben.