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Pharmadialog in Baden-Baden:
Austausch zwischen Industrie und Behörden stößt auf großes Interesse

Der Saal im Kurhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und pharmazeutischen Unternehmen kamen am 13. November zur Informationsveranstaltung des VCI Baden-Württemberg zusammen. Besonders Wirkstoffhersteller nutzten die Gelegenheit in Baden-Baden intensiv, um aktuelle regulatorische Entwicklungen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. 

Wie wichtig der direkte Dialog ist, betonte Dr. Frank Waimer von der Dr. Willmar Schwabe GmbH: „Dieses Format ist wirklich einzigartig: Wir sitzen hier zusammen und sprechen Klartext über Themen, die für beide Seiten zentral sind. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist ein gemeinsames Verständnis zwischen Überwachung und Industrie entscheidend – wir sitzen im selben Boot und finden Lösungen nur zusammen.“ 

Nach der Begrüßung durch Carola Maute-Stephan, Geschäftsführerin des VCI Baden-Württemberg, stellte Christine Engelhardt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration zentrale Herausforderungen für die Branche vor. Ein Schwerpunkt war die geplante kommunale Abwasserrichtlinie. Arzneimittelrückstände gelangten überwiegend durch die Anwendung in die Umwelt, nicht aus der Produktion. Die geplante vierte Reinigungsstufe werde unterstützt, müsse jedoch fair finanziert werden, ohne pharmazeutische Produktionsstandorte zu schwächen. 

Auch die geplante EU-Regulierung zu PFAS wurde diskutiert. Die gesundheitlichen Risiken seien unstrittig, erklärte Engelhardt, doch der aktuelle Entwurf hätte für viele Unternehmen erhebliche Folgen, da in einigen Anwendungen bislang Alternativen fehlen. Gefragt seien daher praxisnahe Lösungen auf europäischer Ebene. 

Ein weiteres Thema war die Krisenvorsorge und Liefersicherheit bei Arzneimitteln. Die Versorgung mit essenziellen Medikamenten sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ohne die Produktionskapazitäten und das Know-how der Unternehmen nicht zu bewältigen sei. Baden-Württemberg müsse in der Lage bleiben, wichtige pharmazeutische Produkte im Land oder gemeinsam mit verlässlichen EU-Partnern herzustellen. 

Dr. Andrea Bihlmayer und Dr. Daniel Müller vom Regierungspräsidium Tübingen gaben zudem einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Arzneimittelüberwachung und ermutigten die Unternehmen, bei Fragen frühzeitig den direkten Austausch mit der Behörde zu suchen. 

Im anschließenden Fachprogramm beleuchtete Ilka Noack von der ChemCon GmbH Chancen und Herausforderungen der Wirkstoffproduktion in Baden-Württemberg. Dr. Anne Kuhlmann von der Vetter Pharma-Fertigung GmbH stellte neue digitale und automatisierte Lösungen im mikrobiologischen Monitoring vor. 

Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe der Abschlusszeugnisse an die Absolventinnen und Absolventen des Weiterbildungsstudiums „Qualified Person“. Überreicht wurden sie von Prof. Dr. Rolf Daniels (Universität Tübingen) und Tenna Jensen (csm Chemie GmbH, Baden-Baden).