Mannheim. Du-dumm, du-dumm, du-dumm: Das dumpfe Pochen eines regelmäßigen Herzschlags erfüllt den dunklen Raum der Sonderausstellung „Herzblut“ im Mannheimer Technoseum (bis 7. Juni 2015). Man kann das Organ nicht nur hören, sondern auch sehen – mittels einer dreidimensionalen Rekonstruktion aus Plastik.
Fällt das Organ aus, übernimmt ein Kunststoffherz die Funktion, sichtbar als Pumpe in einem durchsichtigen Kunststofftorso. „Der Blick in den Körper, Eingriffe, Implantate: Wir zeigen, wie sich die Medizintechnik vom Mittelalter bis heute entwickelt hat“, erklärt Kurator Alexander Sigelen.
Im 19. Jahrhundert revolutionierten naturwissenschaftliche Erkenntnisse die Behandlungsmethoden: Forscher entdeckten die Röntgenstrahlung, identifizierten Bakterien als Ursache für Infektionen und erhielten durch Mikroskope ganz neue Einblicke. Das veränderte die medizinische Ausrüstung: „Während alte Amputationssägen noch kunstvoll gearbeitete Holzgriffe haben, bestehen spätere Modelle komplett aus Metall und lassen sich sterilisieren“, erklärt Sigelen.
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