Stuttgart. Tabletten, Salben, Teststreifen, Infusionen: Baden-Württemberg ist Spitze in Sachen Gesundheit. Fast jeder vierte Pharmabeschäftigte arbeitete 2014 hier – so viele wie in keinem anderen Bundesland.
Roche Diagnostics in Mannheim, Boehringer Ingelheim in Biberach, Pfizer in Freiburg, Takeda in Konstanz, Ratiopharm in Ulm, GP Grenzach in Grenzach-Wyhlen: Mittelständler wie Weltkonzerne haben hier ihren Hauptsitz oder ein Werk. „Das Land ist einer der größten Produktionsstandorte der Pharma-Industrie in Deutschland“, bestätigt Jasmina Kirchhoff von der Forschungsstelle „Pharmastandort Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Sie hat die neuesten amtlich vorliegenden Statistiken ausgewertet: 2012 gab es im Land 126 pharmazeutische Unternehmen.
Und die beschäftigen immer mehr Mitarbeiter: Verdienten 2010 noch knapp 26.000 Frauen und Männer hier ihr Geld, stieg die Zahl binnen fünf Jahren um knapp 4 Prozent auf aktuell 27.000. Möglich macht’s die starke Nachfrage. Allein von 2013 bis 2014 stieg der Produktionswert pharmazeutischer Güter um fast 3,5 Prozent. Auch der Umsatz entwickelt sich erfreulich: Lag er 2010 noch bei 7,4 Milliarden Euro, kletterte der Wert trotz harter Zeiten bis 2014 insgesamt um rund 19 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Hauptabnehmer ist das Ausland: „Der Exportanteil liegt bei 70 Prozent“, so Kirchhoff.
Damit die Produkte an der Weltspitze bleiben, fließen jährlich Milliardenbeträge in die Forschung und Entwicklung. Bezieht man diese Ausgaben auf den Umsatz, gehört der Südwesten zu den „Top Zwei der deutschen Pharmastandorte“, so die Expertin.
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