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Lackfabrik Paul Jaeger:
So entstehen hier Innovationen

Eine Wand wie ein Sternenhimmel: Mit seiner neuen Glitzer-Wandfarbe bringt das Unternehmen Paul Jaeger funkelnde Galaxien ins Wohnzimmer – Hunderte schimmernde Lichtpunkte.

Und der Lack-Spezialist mit seinen 60 Mitarbeitern glänzt nicht nur mit dekorativen Innovationen. Sondern auch mit solchen, die einen besonderen Mehrwert bieten. Sie sorgen zum Beispiel für Grip, verhindern Rost oder schützen vor UV-Strahlung. aktiv hat sich angesehen, wie solche Produkte am Firmensitz in Möglingen entstehen.

„Fast jedes unserer Produkte ist funktionell“

„Bei uns ist fast jedes Produkt in irgendeiner Weise auch funktionell“, verdeutlicht Laborleiter Bernd Steckroth beim Rundgang durchs Unternehmen. Ein Beispiel: die neue Dachfarbe, die den Temperaturanstieg bei Bitumenbahnen um mehr als 50 Prozent senkt. Damit wird’s im Sommer nicht so warm unterm Dach. Oder ein neuer Türen- und Fensterlack, der Grundierung, Isolierung und Deckschicht in einem Produkt vereint und Handwerkern so einen großen Zeitgewinn verschafft.

Kunden von Jaeger sind hauptsächlich Profis aus dem Handwerksbereich. Für sie zählt neben den Funktionen eines Produkts auch dessen Qualität. Und der Service: Deshalb hat Jaeger auch 14 Kollegen im Außendienst, die Kunden beraten und unterstützen.

Ideen sprudeln als Gemeinschaftsleistung

Jedes Jahr bringt das Unternehmen etwa drei neue Produkte heraus. Und so entstehen die Neuheiten: „Wir sind sehr oft auf Messen und bei unseren Kunden und fragen sie, womit wir ihnen einen Mehrwert bieten könnten“, erzählt Laborleiter Steckroth.

Auf dieser Basis werden bei Jaeger regelmäßig neue Ideen geschmiedet – in einem Brainstorming mit Vertretern aus Geschäftsführung, Vertrieb, Anwendungstechnik, Einkauf, Produktion, Marketing und Labor. „Wenn eine Idee steht, beginnt unsere Arbeit im Labor“, erklärt Steckroth. Hier, im Herzen des Unternehmens, werden zum Beispiel Pigmente abgewogen und Additive in Lacke eingerührt. Passend zu den Anforderungen und Einsatzgebieten neuer Farben und Lacke entwickelt das Team zunächst eine Grundformulierung und anschließend verschiedene Produktvarianten.

Die Transformation verändert die Entwicklungsarbeit sehr stark

Die Transformation, in der viele Branchen gerade stecken, verändere die Entwicklungsarbeit sehr stark, sagt der 59-Jährige: „Für unsere Kunden werden Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer wichtiger.“ Andererseits können die Entwickler auf immer weniger Rohstoffe zurückgreifen, denn die Europäische Union schränkt die Stoffvielfalt zusehends und oft kurzfristig ein. Teilweise geraten Produktentwicklungen deswegen sogar unvermittelt ins Stocken.

Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, lässt Jaeger durch Malermeister testen, ob es sich gut verarbeiten lässt. Und: Unabhängige Prüfinstitute belegen die jeweiligen Eigenschaften wie zum Beispiel die Rutschhemmung. Bei allem ist der Faktor Zeit entscheidend: damit die Kunden sich am Ende nicht für das Produkt eines Wettbewerbers entscheiden, das womöglich früher auf dem Markt war.

Kurze Wege als Vorteil für mehr Flexibilität

Steckroth hat Chemieingenieurwesen studiert und ist jetzt seit 22 Jahren bei Jaeger. „Was ich hier besonders mag? Das Familiäre“, beschreibt er seine Motivation. „Die Wege im Unternehmen sind kurz, man kann sich direkt intern absprechen, etwa mit der Produktion. Dadurch sind wir sehr flexibel, wenn es zum Beispiel mal eine Planänderung gibt.“

Die kollegiale Atmosphäre ist auch für Susanna Rechenberger ein großes Plus des Familienunternehmens. „Man kennt hier jeden Kollegen, das ist sehr angenehm“, sagt die 25-Jährige, die mit 17 ihre Ausbildung bei Jaeger begonnen hat. Heute arbeitet sie als Lacklaborantin mit an den Innovationen. „Der perfekte Beruf für mich“, sagt sie. „Man macht etwas Praktisches mit den Händen, hat aber zum Teil auch mal Büroarbeit und damit etwas Abwechslung.“

Auf die Jaeger-Produkte ist die junge Frau richtig stolz. Vor allem dann, wenn sie mal wieder von Freunden angesprochen wird, die eine Speziallösung für eine bestimmte Anwendung suchen. „Kürzlich erst hat eine Bekannte ihr Bad renoviert und dabei unseren Badewannenlack eingesetzt“, erzählt Rechenberger. So sieht sie im Alltag oft, wofür ihre Arbeit am Ende wichtig ist: „Das ist ein gutes Gefühl.“

Ein Unternehmen mit langer Tradition

  • Das Unternehmen Paul Jaeger aus Möglingen ist im Bereich Farben und Lacke Spezialist für Nischenprodukte wie zum Beispiel Poolfarben, Bad-Renovier-Systeme, Bodenbeschichtungen, Anti-Schimmel-Systeme und Korrosionsschutz.
  • Der gleichnamige Firmengründer entwickelte im Jahr 1908 die weltweit erste ölfreie Grundierung zum Absperren, Grundieren und Isolieren. Damit begann die Geschichte des Unternehmens.
  • Es folgten viele weitere Innovationen, etwa ein Badewannenlack, eine Dach-Dichtungsmasse und ein Anti-Graffiti-System.
  • Die Paul Jaeger GmbH & Co. KG hat heute 60 Mitarbeiter und produziert pro Jahr rund 1.500 Tonnen Farben und Lacke.