Mit großer Signalwirkung hat die CDU Baden-Württemberg bei ihrer Klausurtagung im Kloster Schöntal einen industriepolitischen Impuls gesetzt, der weit über den Tag hinausreicht. Für den Fall, dass sie nach der Landtagswahl die nächste Landesregierung stellt, kündigt die Partei einen Chemie- und Pharma-Pakt für Baden-Württemberg an – als verbindlichen Rahmen für eine gemeinsame industriepolitische Gesamtstrategie mit der Branche.
Ziel dieses Pakts ist es, kurzfristig Stabilität zu schaffen und zugleich eine verlässliche, langfristige Transformationsperspektive für die Chemie- und Pharmabranche im Land zu eröffnen. Ergänzend dazu soll eine Industrieallianz zwischen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entstehen. Mit gebündelter Kraft wollen beide Länder ihre Strategien koordinieren, die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie- und Pharmaindustrie gezielt stärken und insbesondere die industrielle Rheinschiene voranbringen – mit deutlich größerem Gewicht gegenüber Berlin und Brüssel.
Der gordische Knoten der aktuellen Standortkrise ist damit zwar noch nicht durchschlagen, doch die Initiative liefert einen konkreten und glaubwürdigen Fahrplan, wie er gelöst werden kann. Sie stößt die Tür auf für eine wirkungsvolle industriepolitische Offensive: zur Stabilisierung der Chemie- und Pharmabranche in Baden-Württemberg, zur nachhaltigen Stärkung von Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit und damit auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand.
Während Nordrhein-Westfalen mit seinem Chemiepakt bereits früh wichtige Weichen gestellt und seine Bereitschaft zur länderübergreifenden Zusammenarbeit bekräftigt hat, zieht Baden-Württemberg nun entschlossen und standortspezifisch nach. Das ausgesendete Signal ist klar: Nicht länger passiv bleiben und dem schleichenden Verlust industrieller Substanz zusehen, sondern aktiv handeln und alle verfügbaren Hebel zur Standortsicherung in Bewegung setzen.
Für den Verband der Chemischen Industrie ist dieser Vorstoß ein wichtiges Zeichen dafür, dass Industriepolitik wieder als gemeinsame Gestaltungsaufgabe verstanden wird. Vor Ort begleiteten André Oliveira-Lenz und Thomas Alpers die Veranstaltung und führten den Dialog mit Politik und Partnern aus der Branche.
