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Fünf Fragen an ... Julian Thoma (IPAI) über die Rolle von KI in der Industrie

Julian Thoma arbeitet im Bereich Business Development beim Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Als eines der größten KI-Ökosysteme Europas eröffnet IPAI neue Möglichkeiten für Innovationen, Kooperationen und technologische Entwicklungen, um Künstliche Intelligenz praxisnah in Wirtschaft und Industrie zu fördern. Die Initiative ist Teil einer größeren Standortstrategie Baden-Württembergs, die das Ziel hat, den Technologiestandort nachhaltig zu stärken.

Herr Thoma, Baden-Württemberg ist stark in industrieller Wertschöpfung. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz, damit wir auch künftig weltweit wettbewerbsfähig bleiben?

Für die Chemie- und Pharmabranche in Baden-Württemberg kann KI einer der entscheidenden Hebel für die moderne Wertschöpfung sein. Gerade in datenintensiven Bereichen wie der Wirkstoffforschung oder der Prozessoptimierung kann KI für eine drastische Beschleunigung sorgen, während gleichzeitig Ressourcen geschont werden. Das ist die Grundvoraussetzung, um in einem globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch Digitalisierung, geopolitische Veränderungen und steigende Transformationsanforderungen steht die Industrie vor einem Wendepunkt.

Kann IPAI dazu beitragen, dass dieser Wandel zur Chance wird?

IPAI fungiert hier als Katalysator. Wir haben eine Transformations- und Kollaborationsplattform geschaffen, die Unternehmen dabei hilft, Innovationsrisiken zu minimieren. Durch den gemeinsamen Austausch finden wir Antworten auf komplexe Fragen, die ein Unternehmen allein oft nicht lösen kann. Wir machen den Wandel greifbar und übersetzen technologische Möglichkeiten in reale Wettbewerbsvorteile.

Wie kann Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb um KI-Talente attraktiv bleiben?

Baden-Württemberg ist bereits ein Magnet für Talente. In Heilbronn bauen wir das ‚Global Home of Human AI‘. Unser entscheidender Vorteil: Wir kopieren weder das Modell der USA noch das Chinas. Wir haben hier in Baden-Württemberg die einzigartige Möglichkeit, tiefes industrielles Domänenwissen des Mittelstands mit modernster KI-Expertise zu kombinieren. Diese Symbiose aus Informatik und Ingenieurskunst gilt es zu erhalten, denn genau das macht uns für die besten Köpfe attraktiv. Den Expertinnen und Experten von heute geht es weniger um die großen Namen und schillerndsten Marken, sondern um den größten ‚Impact‘ und darum, den Unterschied zu machen.

Wird KI Arbeitsplätze ersetzen oder dazu beitragen, hochwertige Arbeitsplätze im Land zu sichern?

KI wird die Arbeitswelt massiv verändern, aber nicht den Menschen ersetzen. Im Gegenteil: Sie befreit Fachkräfte von repetitiven, datenlastigen Aufgaben und schafft Raum für kreative und strategische Entscheidungen. Wie unser CEO Moritz Gräter treffend sagt: ‚Menschen werden nicht durch KI ersetzt, sondern durch Menschen, die KI beherrschen.' Es geht darum, KI als Werkzeug zu verstehen, das unsere Fähigkeiten erweitert, anstatt in Angst davor die Entwicklung zu ignorieren.

Welche Rolle könnten Baden-Württemberg und IPAI in zehn Jahren im globalen KI-Ökosystem spielen?

In zehn Jahren wird ‚AI made in Europe‘ ein weltweites Gütesiegel sein. Wir werden gezeigt haben, dass Innovation und Werteorientierung kein Widerspruch sind, sondern Vertrauen schaffen. Der IPAI CAMPUS wird der zentrale Knotenpunkt dieses Europäischen Ökosystems sein – ein Ort, an dem KI nicht mehr diskutiert, sondern als integraler Bestandteil unseres wirtschaftlichen Erfolgs gelebt wird.