Freiburg, 2. Juli 2026 – Die Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Freiburg erhält vom Fonds der Chemischen Industrie (FCI) eine Förderung in Höhe von 79.000 Euro. Mit den Mitteln wird das Lehrprojekt „DigiChemJN – Digitale Chemielehre mit Jupyter Notebooks“ unterstützt. Die Fördersumme überreichte André Olveira-Lenz, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie Baden-Württemberg (VCI BW), symbolisch an Prof. Stefan Günther und Prof. Ingo Krossing, die das Projekt gemeinsam leiten.
Mit DigiChemJN stärkt die Universität Freiburg die Ausbildung in den chemischen Datenwissenschaften und verankert digitale Kompetenzen noch stärker im Masterstudium der Chemie und Pharmazie. In den kommenden drei Jahren entstehen interaktive Lernmodule, die Studierenden den Umgang mit datenbasierten Forschungsmethoden, experimentellen Datensätzen und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz vermitteln. Ziel ist es, die sogenannte Data Literacy der Studierenden zu fördern – also die Fähigkeit, Daten zu verstehen, auszuwerten, sinnvoll anzuwenden und kritisch zu hinterfragen.
„Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist auf hervorragend ausgebildete Fachkräfte angewiesen, die digitale Technologien sicher beherrschen und neue Entwicklungen aktiv mitgestalten können. Projekte wie DigiChemJN vermitteln genau diese Kompetenzen und bereiten Studierende gezielt auf die Anforderungen einer zunehmend datengetriebenen Arbeitswelt in Wissenschaft und Industrie vor“, sagte André Olveira-Lenz bei der Übergabe.
Das Lehrkonzept setzt auf webbasierte Jupyter Notebooks als interaktive Lern- und Arbeitsumgebung. Im Sinne eines Flipped-Classroom-Ansatzes können Studierende Inhalte flexibel im Selbststudium oder in begleiteten Lehrveranstaltungen erarbeiten. Dabei arbeiten sie mit realen Forschungsdaten aus der Fakultät und erhalten so frühzeitig Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen.
Die im Projekt verwendeten Datensätze werden nach den international anerkannten FAIR-Prinzipien aufbereitet und langfristig verfügbar gemacht. Ergänzt wird das Lehrangebot durch ein Mentorinnen- und Mentorenprogramm sowie regelmäßige „Daten-Cafés“, in denen Lehrende, Forschende und studentische Hilfskräfte gemeinsam neue Lernmodule entwickeln. Sämtliche Materialien sollen anschließend als frei zugängliche Open Educational Resources unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden. Perspektivisch können die entwickelten Module auch in weiteren Studiengängen eingesetzt werden.
Baden-Württemberg profitiert besonders stark von der Jubiläumsförderung des FCI
Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens hat der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) eine bundesweite Sonderförderung zur Stärkung von Datenwissenschaften in der Chemieausbildung aufgelegt. Dafür stellt das Förderwerk des Verbands der Chemischen Industrie knapp 1,6 Millionen Euro für innovative Lehrkonzepte an Hochschulen und Universitäten bereit.
Von dieser Förderung profitiert Baden-Württemberg in besonderem Maße: Mit den Universitäten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz und Ulm sowie der Hochschule Mannheim erhalten gleich sechs Einrichtungen im Land Fördermittel. Damit fließt ein überdurchschnittlich großer Anteil der bundesweiten Mittel in den Südwesten. Ziel der Förderung ist es, Studierende auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Chemie- und Pharmaindustrie vorzubereiten und Themen wie Datenmanagement, digitale Laborarbeit und moderne Datenanalyse stärker in der Lehre zu verankern.
Der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt seit 1950 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Forschung und Lehre. Darüber hinaus fördert er wissenschaftliche Tagungen sowie Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Schulen, beispielsweise in der Chemiedidaktik und im Mentoring.
