Die Sozialpartner der chemisch-pharmazeutischen Industrie haben nach schwierigen Verhandlungen ein Ergebnis in der Chemietarifrunde 2026 erzielt. Dieses umfasst neben entgeltwirksamen Komponenten insbesondere die Weiterentwicklung des Demografietarifvertrages zu einem Transformations-Tarifvertrag.
Entgelterhöhungen erst ab 2027
Für das Jahr 2026 wurde keine Steigerung der Tarifentgelte vereinbart. Zum 1. Januar 2027 erfolgt eine Erhöhung um 2,1 Prozent und am 1. Januar 2028 um 2,4 Prozent. Die Auszubildendenvergütungen steigen entsprechend. Arbeitgeber können auf freiwilliger Basis entscheiden, die Tariferhöhungen um drei Monate vorzuziehen. Die Tarifvertragsparteien haben Indizien formuliert, in welchen Situationen dies aus ihrer Sicht geboten erscheint. Eine Möglichkeit, die Entgelterhöhungen zu verschieben, ist vor dem Hintergrund, dass im laufenden Jahr keine Entgeltsteigerung erfolgen wird, nicht vorgesehen. Die Laufzeit beträgt 27 Monate bis Ende Mai 2028.
Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrages
Angesichts der sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche und dem damit verbunden Strukturwandel wird der Demografietarifvertrag weiterentwickelt und um eine Komponente zur Transformationsbewältigung erweitert. Die Mittel des betrieblichen Demografiefonds können damit ab sofort auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden. In Frage kommen etwa Investitionen in Weiterbildung, in Ausbildungskapazitäten oder in persönliches Coaching.
In den Jahren 2026 und 2027 zahlen die Arbeitgeber einen zusätzlichen Betrag in Höhe von € 300,00 pro Kopf in den betrieblichen Fonds ein (für Auszubildende € 150,00). Der Arbeitgeber kann entscheiden, den Betrag auszuzahlen oder für andere Zwecke des Tarifvertrags zur Verfügung zu stellen. Zudem können die Beträge für 2026 und 2027 in einem Jahr gebündelt werden.
Aktualisierung Future Skills Report Chemie
Zusätzlich werden die Chemie Sozialpartner weitere Instrumente finanzieren und ausbauen, die Unternehmen und Beschäftigten im Strukturwandel helfen. Hierzu gehören beispielsweise eine Aktualisierung des Future Skills Report Chemie und die Weiterentwicklung des Demografie- und Qualifikationsanalyse Tools PHYTIA Chemie.
agvChemie Hauptgeschäftsführer Björn Sucher „Tarivertragsparteien werden der schwierigen wirtschaftlichen Lage gerecht“
Mit diesem Abschluss werden die Tarifvertragsparteien der schwierigen, mit erheblichen Unsicherheiten verbundenen wirtschaftlichen Lage der Branche gerecht. Er zeigt, dass die Sozialpartner ihren Beitrag leisten wollen, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie erhalten Planungssicherheit, um die anstehenden oder bereits begonnenen Maßnahmen der Transformation in den kommenden 27 Monaten zur Umsetzung zu bringen.
Die Pressemitteilung des BAVC zum Abschluss ist als Anlage beigefügt.
