Warum eigentlich

Warum eigentlich ist Klopffestigkeit beim Kraftstoff so wichtig?

29.10.2015
Manchmal passiert es einfach: Man gibt Gas und braust über die Autobahn, und plötzlich macht der Motor seltsame Geräusche: Er „klingelt“ oder „klopft“. Die Diagnose: falsch getankt! Der Motor braucht Benzin mit mehr Oktan. Doch was bedeutet eigentlich dieses Klopfen? Zunächst einmal: Beim Otto-Motor zündet eine Zündkerze das Benzin-Luft-Gemisch zum optimalen Zeitpunkt. Es verbrennt und treibt so Kolben und Auto an. Beim Klopfen hingegen entzündet sich das Gemisch im Zylinder von selbst: „Prallen dann die Flammfronten der normalen Zündung und der unkontrollierten Detonation zusammen, entsteht ein enormer Druck auf Zylinder und Antriebskolben“, erklärt Michael Dawid, Leiter des Motorprüfstands der Raffinerie MiRO in Karlsruhe. „Oder der Druck der unkontrollierten Entzündung triff den Kolben im falschen Moment.“ Das ruft das Klopf-Geräusch hervor und kann schlimmstenfalls Kolben und Motor beschädigen – und außerdem die Umwelt unnötig belasten. Mit etwas Chemie lässt sich das vermeiden: „Entscheidend ist der Anteil jener Kraftstoff-Komponenten, die nicht so schnell von selbst zünden. Den können wir sehr genau einstellen“, schildert Dawid. „So kann man die Klopffestigkeit des Kraftstoffs erhöhen.“