Warum eigentlich

Warum eigentlich brauchen wir Antikörper?

15.11.2015
Normalerweise merken wir nichts davon: Unser Körper wehrt sich ständig gegen Krankheitserreger und Fremdstoffe. Er erzeugt dazu Antikörper. Das sind Eiweißstoffe, die zum Beispiel bestimmte Strukturen an der Oberfläche von Bakterien erkennen: Sie heften sich daran fest und markieren sie so für die Fresszellen der Immunabwehr. „Weil Antikörper sich sehr spezifisch an bestimmte Strukturen binden, also wie ein Schloss zum Schlüssel passen, kann man damit sehr effizient und gezielt wirkende Medikamente herstellen“, erläutert Wolfgang Golisch, medizinischer Direktor vom Pharma-Unternehmen Roche in Grenzach. Zum Beispiel gegen Krebs. So entwickelten Forscher den Antikörper Rituximab: Er bindet sich gezielt an ein Molekül an der Oberfläche von Krebszellen (CD20-Molekül). Jetzt kann die Immunabwehr diese Zellen ausschalten. Eingesetzt wird er gegen Lymphdrüsenkrebs. Der Roche-Wirkstoff Rituximab war übrigens der erste Antikörper, der gegen Krebs zugelassen wurde. In großen Mengen herstellen kann man solche Arznei-Antikörper erst seit 1984, und zwar mithilfe der Biotechnologie. Roche hat heute sieben Arznei-Antikörper im Einsatz, weitere neun neue Antikörper befinden sich in der späten klinischen Entwicklung.