Warum eigentlich sind Alkohole gute Antifrost-Mittel?

10.01.2016

Matsch und Schnee verschmutzen die Frontscheibe im Nu. Dann muss die Scheibenwaschanlage funktionieren: Ein Spritzer aus den Düsen, einmal wischen – und die Scheibe ist umgehend sauber. Dass die Waschflüssigkeit auf der Scheibe auch bei Minusgraden nicht gleich wieder einfriert, dafür sorgt Chemie. Und zwar verschiedene Alkohole wie Propanol, Isopropanol sowie Glykol oder Glycerin. In die Wischer-Flüssigkeit gemischt, senken sie die Gefriertemperatur deutlich ab.

Wie machen sie das? „Wenn Wasser gefriert, lagern sich die Wassermoleküle zu Eiskristallen zusammen. Das be- und verhindern die großen Alkoholmoleküle“, erklärt Professor Peter Menzel von der Universität Hohenheim. „Denn sie stören den Aufbau geordneter Eiskristalle aus Wasser. Zudem binden sie Wassermoleküle an sich und halten diese flüssig.“ Die Folge: Das Wasser friert erst weit unter null Grad Celsius. Je mehr Alkohol man zusetzt, desto niedriger ist diese Temperatur.

Mit Frostschutzmittel kann man auch Eis auftauen. So bekommt man eine vereiste Frontscheibe frei oder das Türschloss wieder in Bewegung. Und schließlich tun die Antifrost-Alkohole auch im Kühler eines Fahrzeugs ihren Dienst. Denn gefrierendes Kühlwasser wäre da sehr gefährlich: Es dehnt sich beim Einfrieren aus und kann das Kühlsystem im schlimmsten Fall zum Platzen bringen.