09.03.2017

BPI: Volle Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherungen rechtfertigen keine Preisabschläge mehr

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert die Abschaffung des Preismoratoriums als Regulierungsinstrument für die Arzneimittelpreise. Als Begründung verweist der Verband auf das aktuelle Finanzergebnis der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Demnach zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), dass die Mehrzahl der Kassen ihre Rücklagen im Vergleich zum Vorjahr weiter aufbauen konnten. Insgesamt betrug die Gesamtreserve von Krankenkassen und Gesundheitsfonds zusammen 25 Milliarden Euro. Gleichzeitig gab es mit 3,3 Prozent den niedrigsten Ausgabenanstieg je Versicherten seit 2012 und mit 3,1 Prozent den niedrigsten Zuwachs bei den Arzneimittelausgaben seit zwei Jahren. Das zeige, so der Verband, die Krankenkassen rechneten sich arm und warnten gleichzeitig vor explodierenden Kosten im Arzneimittelbereich.

„Die Logik des Preismoratoriums ist damit ad absurdum geführt: Weder ist die finanzielle Stabilität der GKV gefährdet, noch gilt es, hohe Arzneimittelkosten für Krankenkassen und Patienten zu vermeiden. Im Gegenteil: Aufgrund der guten gesamtwirtschaftlichen Lage und bei soliden Kassenrücklagen müsste der Preisstopp schon längst der Vergangenheit angehören. Der im Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz diskutierte Inflationsausgleich ist bei den Inflationsraten der letzten Jahre für die standortgebundenen mittelständische Firmen, die durch die Zwangsmaßnahme massiv unter Druck geraten, bei weitem nicht ausreichend“, so Dr. Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

Weiterführende Informationen unter www.bpi.de