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21.02.2011 13:30
Kategorie: Presse, Tarifpolitik
Presse

21.02.2011

Chemie-Tarifverhandlungen 2011 für Baden-Württemberg vertagt / Chemie-Arbeitgeber: Erholung nicht gefährden und unterschiedliche Entwicklung berücksichtigen


Mark Hagmann, Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber (Foto: Boehringer-Ingelheim)

Mark Hagmann, Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber (Foto: Boehringer-Ingelheim)

Baden-Baden/Karlsruhe, 21. Februar 2011. „Die Forderung der Gewerkschaft schießt weit übers Ziel hinaus“, stellte Mark Hagmann, Vorsitzender der Tarifkommission und Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Chemie Baden-Württemberg e. V. (agvChemie) fest. Die erste Verhandlungsrunde über die Tarifentgelte in den 238 Unternehmen der chemischen Industrie im Land (etwa 70.000 Beschäftigte) fand am Montag in Karlsruhe statt.

Die Arbeitgeber setzten der 7-Prozent-Forderung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auch die Vorleistungen der vergangenen Jahre entgegen: „Wir haben die Tariflöhne in der Krise nicht gekürzt – im Gegenteil, sie wurden auch 2009 noch deutlich erhöht. Auch zusätzliche Einmalzahlungen haben die Mitarbeiter 2010 erhalten“, so Mark Hagmann in der Verhandlung. Und dennoch hätten die Arbeitgeber die Beschäftigung stabil gehalten.

„Der Erholungsprozess in unserer Branche verläuft nicht einheitlich – manche Unternehmen hinken deutlich hinterher: 40 Prozent werden erst 2012 oder noch später das Vorkrisenniveau erreichen“, machte Hagmann deutlich.

Gerade die mittelständisch geprägte chemische Industrie im Land sei durch steigende Rohstoff- und Energiepreise und den Druck von Großabnehmerkunden in der Kostenklemme. Weitere Belastungen würden auch in der chemischen Industrie Baden-Württembergs Arbeitsplätze gefährden, erläuterte Hagmann.

„Durch die staatliche Gesundheitspolitik drohen erneut Strukturprobleme für den Bereich der pharmazeutischen Industrie, die Baden-Württemberg als ‚Pharma-Land‘ in einem besonderen Maße treffen werden.“ Daher müsse ein Tarifabschluss für alle Unternehmen heute und in Zukunft verkraftbar sein.

Die Verhandlungen wurden nach mehrstündiger Wirtschaftsdebatte ohne Ergebnis vertagt. Sie werden Mitte März auf Bundesebene fortgesetzt.

Zum agvChemie
Derzeit gehören 238 Unternehmen dem Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V. an. Sie beschäftigen etwa 70.000 Arbeitnehmer.

Weiterführende Informationen
Fakten zur Tarifrunde in Baden-Württemberg
Pressefoto von Mark Hagmann (externer Link)




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