Toxikologie: 50 000 Euro für die Lehre - neuer Masterstudiengang als Ziel

17.02.2017

Ulm, 17. Februar 2017. Mit 50 000 Euro unterstützt die chemische Industrie den Ausbau der Lehre im Fach Toxikologie an der Universität Ulm. Einen symbolischen Förderscheck und einen mit Münzen gefüllten Erlenmeyerkolben übergab Ralf Müller, Geschäftsführer der Chemie-Verbände Baden-Württemberg, im Namen des Fonds der Chemischen Industrie (FCI) am Freitagmittag an Professor Holger Barth. Der Wissenschaftler vom Ulmer Institut für Pharmakologie und Toxikologie hatte den erfolgreichen Antrag beim Förderwerk der Chemie gestellt. 

In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Toxikologen – unter anderem aufgrund der veränderten Chemikaliengesetzgebung – stark gestiegen. Und auch bei Studierenden der Chemie und Biowissenschaften ist das Interesse ungebrochen. „Das von unserem Institut vor zwölf Jahren etablierte ,Ulmer Curriculum Toxikologie‘ ist 2016 nicht nur für die chemischen Masterstudiengänge geöffnet worden, sondern deckt mittlerweile auch die Toxikologielehre an der Universität Stuttgart und teilweise an der Universität Tübingen ab“, erläutern Holger Barth und Professor Peter Gierschik, Leiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie. Ihr Ziel ist ein neuer, standortübergreifender Masterstudiengang Toxikologie. Bis dahin profitieren Studierende in chemischen, biochemischen und biotechnologischen Studiengängen, in denen das Fach Toxikologie gelehrt wird, von der Förderung. Darunter sind natürlich auch die gemeinsamen Masterstudiengänge mit der Hochschule Biberach „Pharmazeutische Biotechnologie“ und „Industrielle Biotechnologie“.

Anlässlich der Scheckübergabe am Freitag bestätigte Ralf Müller, dass das Arbeitsfeld Toxikologie für die chemische und pharmazeutische Industrie eine große Bedeutung hat und lobte das Engagement der Universität Ulm. „Unsere Unternehmen haben Bedarf an Experten dieser Fachrichtung.“ Junge Menschen mit Fachwissen in der Toxikologie hätten laut Müller eine fundierte Grundlage für den erfolgreichen Berufseinstieg. Dies gelte insbesondere auch mit Blick auf die Pharmaindustrie. Sie ist innerhalb der baden-württembergischen Chemiebranche die mit Abstand größte Sparte. Zahlreiche forschende Arzneimittelhersteller, Generikaproduzenten und Pharmaunternehmen, die sich besonderen Therapieformen widmen, sind hier tätig. Ihr Geschäft machen sie von Baden-Württemberg aus in aller Welt: Die Exportquote liegt bei fast 70 Prozent.

Scheck und Erlenmeyerkolben wurden im Anschluss an die Vorlesung „Toxikologie für Naturwissenschaftler“ überreicht. Die Gäste der Feierstunde, darunter der Ulmer Landtagsabgeordnete Martin Rivoir und natürlich die entsprechenden Studiendekane, bedankten sich für die „großzügige Förderung“.

Zum Fonds der Chemischen Industrie
Als Förderwerk des Verbandes der Chemischen Industrie unterstützt der FCI seit 1950 die Grundlagenforschung, Nachwuchswissenschaftler sowie den Chemieunterricht an Schulen. 2017 stellt er knapp 12 Millionen Euro zur Verfügung. So vergibt der Fonds über die Stiftung Stipendien-Fonds zahlreiche Stipendien und fördert gezielt die akademische Chemieforschung in Deutschland. Außerdem vergibt der Fonds Preise und Auszeichnungen an Wissenschaftler, Lehrer, Lehrbuchautoren sowie Schüler und führt verschiedene wissenschaftliche Veranstaltungen durch (http://fonds.vci.de).

Die Universität Ulm, jüngste in Baden-Württemberg, wurde 1967 als Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Seither ist das Fächerspektrum deutlich erweitert worden. Die zurzeit rund 10 000 Studentinnen und Studenten verteilen sich auf vier Fakultäten („Medizin“, „Naturwissenschaften“, „Mathematik und Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie“).

Die Universität Ulm ist Motor und Mittelpunkt der Wissenschaftsstadt, in der sich ein vielfältiges Forschungsumfeld aus Kliniken, Technologie-Unternehmen und weiteren Einrichtungen entwickelt hat. Als Forschungsschwerpunkte der Universität gelten Lebenswissenschaften und Medizin, Bio-, Nano- und Energiematerialien, Finanzdienstleistungen und ihre mathematischen Methoden sowie Informations-, Kommunikations- und Quanten-Technologien.