Weiterbildung für Pädagogen – ein wichtiger Bestandteil des DSC

22.08.2016

Seit 1991 der Dialog Schule-Chemie (DSC) gestartet ist, stand die Zielsetzung fest: Das Programm sollte mehr als nur den Austausch zwischen Pädagogen und Unternehmen ermöglichen. Im Fokus lag immer, den naturwissenschaftlichen Unterricht zu stärken und damit bei Schülern das Interesse an der Chemie zu wecken. Vor allem Lehrerfortbildungen mit Anregungen für den experimentellen Unterricht wurden im Laufe der Zeit ein wichtiger Programmpunkt im Angebot des DSC. Insgesamt sind bis heute 430 Fortbildungstage mit seiner Unterstützung durchgeführt worden.

Fort- und Weiterbildung von Anfang an

„Lehrer haben die Möglichkeit sich in Fortbildungen neues Handwerkszeug anzueignen, um mit Schülern naturwissenschaftliche Experimente durchzuführen. Alle Pädagogen können von den Angeboten profitieren – von Fortbildungen, von Materialien und auch von Kontakten“, erklärt Dr. Tobias Pacher, der bei den Chemie-Verbänden Baden-Württemberg den Dialog Schule-Chemie leitet. Begonnen hat es mit Seminaren für Referendare. Dazu wurden in der Anfangszeit des DSC Schulungen entwickelt, Unterrichtsanleitungen erarbeitet und in zahlreichen Veranstaltungen Rede und Antwort gestanden. Denn „die Chemie“ war in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch deutlich mehr in der Kritik als sie es heute ist. Auch hier hat die Arbeit des DSC ihren Teil beitragen: Kontakte von Lehrerinnen und Lehrern zu Referenten aus den Unternehmen und Besuche in den Unternehmen ließen Vorurteile schwinden und schufen gegenseitiges Verständnis.

Auch Naturwissenschaften in KiTas im Blick

Dass das selbstständige Arbeiten nicht nur bei Schülern das Interesse an den Naturwissenschaften fördert, sondern auch bei den ganz  Kleinen eine positive Wirkung zeigt, lag ebenfalls im Blickfeld des Programms. Eine erste Fortbildung für Erzieher stand 1997 unter dem Motto „Chemie im Kindergarten“.  Die Chemie-Didaktikerin Prof. Gisela Lück, damals wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemiedidaktik der Universität Kiel, zeigte, wie mit einfachsten Experimenten Spaß und Wissen vermittelt werden kann. Bald folgten Fortbildungen für Grundschullehrer „Naturwissenschaften für Kinder“, unter anderem bei Roche Vitamine in Grenzach. Auch Lehrer an Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien profitieren seit über 20 Jahren vom Angebot des DSC.

Neue Bildungspläne – Neue Herausforderungen

Auch Lehrer müssen sich ständig neuen Herausforderungen, wie neuen Bildungsplänen oder Verordnungen zur Sicherheit im Unterricht stellen. Das Fortbildungsprogramm des DSC hat sich dem angepasst. Im neuen Fach „Naturwissenschaft und Technik“ (NwT) mussten Lehrkräfte an den Gymnasien ab 2004 Schülern auch Kenntnisse im Projektmanagement vermitteln. Mit der Fortbildung „Projektmanagement im Fach NwT“ erhielten sie Unterstützung durch die Chemie-Verbände. Ebenso konnten Lehrer an Werkrealschulen sich zum neuen Bildungsplan im Fächerverbund „Materie - Natur - Technik“ (MNT) fortbilden lassen.

Bis heute halten die Seminare des DSC Lehrer in ihrem Berufsalltag auf dem neuesten Stand: Die seit 2013 angebotene Fortbildung zum Gefahrstoffmanagement im Unterricht wird von Lehrern stark nachgefragt. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, die mit der neuen Gefahrstoffverordnung an Schulen gelten, wird im Seminar auch detailliert auf die Aufgaben von Schulleitungen, Sammlungsleitungen, Lehrkräften und des Schulträgers eingegangen.

Wo finden die Fortbildungen statt?

Die Seminare werden in Zusammenarbeit mit den staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung, der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, dem Landesschulzentrum für Umwelterziehung und dem Lehrerfortbildungszentrum Fehling-Lab an der Universität Hohenheim, angeboten. Seit 2013 können Lehrer auch an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe (PH) ihr Wissen um anschauliche Experimente und fortschrittliche Didaktik in der Chemie auf den neuesten Stand zu bringen. Das Lehrerfortbildungszentrum an der PH wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und dem Fonds der Chemischen Industrie (FCI) mitfinanziert.