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Chemie Baden - Würtemberg

Wirtschaftliche Situation

Die Pharmaindustrie wird durch eine unkalkulierbar gewordene Gesundheitspolitik immer mehr belastet. Die andauernde Gefahr, mit neuen Marktregulierungen oder Rabattvorgaben rechnen zu müssen, wird vor allem für die kleineren Mitgliedsfirmen zu einem immer größeren Problem.

Trotz ihrer Gesamtgröße ist die baden-württembergische Pharma-Branche aus folgenden Gründen besonders anfällig gegenüber solchen unkalkulierbaren Entwicklungen:


Die Ausgrenzung der rezeptfreien Arzneimittel aus der Erstattung trifft die kleineren Firmen deutlich stärker. Diese Unternehmen haben nicht wie die größeren Konzerne die Chance, den "Verlust" eines Arzneimittels über ein umfangreicheres Präparate-Sortiment oder über das Auslandsgeschäft zu kompensieren. Die mittelständisch strukturierte Pharmaindustrie ist mit einer Exportquote von 45 Prozent wesentlich stärker auf das Inlandsgeschäft angewiesen als dies bei den großen Arzneimittelherstellern in der Arzneimittelindustrie mit einer Exportquote von bis zu 90 Prozent der Fall ist. Baden-Württemberg ist daher überdurchschnittlich von Umsatzrückgängen in diesem Bereich betroffen.
Die in Baden-Württemberg besonders zahlreichen kleineren und mittelgroßen Unternehmen, die Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen herstellen, sind seit Januar 2004 ebenfalls von der Ausgrenzung der rezeptfreien Arzneimittel aus der GKV-Erstattung betroffen.

Die Perspektiven für die weitere Entwicklung der Pharmaindustrie haben sich durch die Kostendämpfungsmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich eingetrübt.

Im Jahr 2004 betrug der Gesamtumsatz der bei den Chemie-Verbänden organisierten baden-württembergischen Pharmaindustrie 9,3 Mrd. €. Dies bedeutet einen Umsatzrückgang von – 7 % im Inland gar um – 20 %.