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Information
für die Medien
Vorschlag
zur EU-Chemikalienpolitik verabschiedet
Erhebliche Änderungen
notwendig:
Unternehmenspraxis berücksichtigen
Baden-Baden.
Der Vorschlag für eine Reform des europäischen Chemikalienrechts
muss erheblich geändert werden. Das fordert die baden-württembergische
chemischen Industrie zu dem gestern von der EU-Kommission verabschiedeten
Entwurf. Dem Land als Standort vor allem mittelständischer
Chemieunternehmen drohe sonst eine teilweise De-Industrialisierung,
sagte Klaus Hütig, Hauptgeschäftsführer der
Chemie-Verbände Baden-Württemberg. "Etwa die
Hälfte unserer Mitgliedsunternehmen sind Spezialitätenhersteller.
Sie werden mit ihrer großen Produktvielfalt und hoch
spezialisierten Chemikalien überdurchschnittlich stark
betroffen sein," so Hütig.
Die Chemie-Verbände
fordern insbesondere, dass bei der Überprüfung
von Chemikalien die Art der Anwendung und die möglichen
Auswirkungen auf die Verbraucher berücksichtigt werden.
Die bislang vorgeschlagene, rein produktionsmengenbezogene
Betrachtungsweise
ist der falsche Blickwinkel. Umwelt- und Verbraucherschutz
werden davon nicht profitieren.
Auf der
Kostenseite werden die Unternehmen jedoch erheblich belastet.
Die dazu von der
EU-Kommission vorgelegte Kostenschätzung
ist unvollständig und daher unzutreffend.
Um die Kosten
und weitere Folgen der Verordnung abschätzen und
die Regelungen auf Praktikabilität überprüfen
zu können,
sei deshalb ein Pilotprojekt dringend erforderlich. Bei
einem Vorhaben in dieser Größenordnung, das
die chemische Industrie massiv betreffen wird, könne
nicht nur von den Schreibtischen aus entschieden werden.
Die
Chemie-Verbände
Baden-Württemberg werden die Vorschläge der
Kommission jetzt gründlich prüfen und im Detail
gemeinsam mit den Spitzenverbänden auf Bundes- und
Europaebene konstruktive Vorschlage erarbeiten und einbringen.
In
Baden-Württemberg
sind 450 Unternehmen in den Chemie-Verbänden Baden-Württemberg
organisiert. Sie haben knapp 100.000 Beschäftigte
und machen einen Jahresumsatz von derzeit etwa 25
Milliarden Euro. 
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