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Chemie Baden - Würtemberg

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Montag, 9. Oktober 2000

Chemie im Land steigert Umsatz und Beschäftigung

- Ausbildungssituation weiter verbessert
- Arzneimittelhersteller mit deutlichen Umsatzeinbußen im Inland

Baden-Baden. Die Halbjahresbilanz der chemischen Industrie im Land ist positiv. Nach Angaben der Chemie-Verbände Baden-Württemberg war die Branche sowohl bei der Umsatz- als auch der Beschäftigtenentwicklung erfolgreich. Die Pharmaindustrie verzeichnete allerdings nur ein schwaches Wachstum. Dies lag an deutlichen Umsatzeinbußen beim Inlandsgeschäft.

Wirtschaftliche Entwicklung
Die Chemie in Baden-Württemberg steigerte von Januar bis Juni 2000 ihren Umsatz um 7,7 Prozent auf 14,7 Mrd. DM. Daran hatte die Entwicklung des Auslandsumsatzes mit einem Plus von 16,6 Prozent entscheidenden Anteil.
Überdurchschnittliche Umsatzzuwächse ergaben sich bei den Lacken und Farben von plus 8,4 Prozent. Der Auslandsumsatz stieg hier sogar um 18,7 Prozent. Auch in der kunststoffverarbeitenden Industrie erhöhte sich der Auslandsumsatz mit 19,4 Prozent überdurchschnittlich. Deutlich schlechter entwickelte sich lediglich die Pharmabranche.

Sondersituation der Pharmaindustrie
Mit dem schlechteren Abschneiden der Pharmabranche wurden die skeptischen Prognosen zu Beginn des Jahres bestätigt. Die Arzneimittelhersteller verzeichneten einen Umsatzzuwachs von 0,9 Prozent, der vor allem vom Auslandsgeschäft getragen wurde. Bei den Inlandsumsätzen mussten mit minus 6,3 Prozent deutliche Einbußen verzeichnet werden.
In diesen Zahlen spiegeln sich die Eingriffe in das Gesundheitswesen, vor allem die Begrenzung der Ausgaben durch Arzneimittelbudgets wider. Für die baden- württembergische Pharmaindustrie ist diese Entwicklung auf dem Inlandsmarkt besonders problematisch. Die mittelständisch strukturierte Sparte ist mit einer Exportquote von 35 Prozent wesentlich stärker auf das Inlandsgeschäft angewiesen als dies bundesweit mit einer Exportquote von 48 Prozent der Fall ist.

Beschäftigtenentwicklung
Die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung in der chemischen Industrie setzt sich bei den Beschäftigtenzahlen fort. Hier ergaben sich im ersten Halbjahr 2000 von Monat zu Monat stabile Zuwächse mit einem Personalaufbau von durchschnittlich 1,4 Prozent. Diese Entwicklung ist deutlich günstiger als in der Gesamtindustrie des Landes, die einen Anstieg von 0,4 Prozent verzeichnete. Auch im Vergleich mit der Bundeschemie, wo die Beschäftigtenzahlen im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent zurückgingen, zeigt sich dieser Trend.

Ausbildungsplatzsituation
Nach einer aktuellen Umfrage der Chemie-Verbände konnten die Ausbildungsplätze in diesem Jahr auf fast 2.600 Stellen erhöht werden. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent.
Am stärksten besetzt sind die Ausbildungsberufe der Industriekaufleute, Chemikanten und Chemielaboranten.
6 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze blieben allerdings unbesetzt. Besonders im Bereich der gewerblich-technischen Berufe haben die Unternehmen Probleme, eine ausreichende Anzahl geeigneter Azubis einzustellen. Dabei sind die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung sehr gut: Die Übernahmequote lag im Jahr 2000 bei 93,5 Prozent.
Nach Angaben von Klaus Hütig, Hauptgeschäftsführer der baden- württembergischen Chemiearbeitgeber, ist die Zahl der Ausbildungsplätze seit Mitte der 90er Jahre um insgesamt 25 Prozent gewachsen. Verstärkt wird dieses Engagement der Unternehmen durch eine Anfang dieses Jahres erfolgreich gestartete Ausbildungsplatzinitiative der Verbände. Ziel ist es dabei, das entsprechende Stellenangebot weiter und kontinuierlich zu erhöhen. Mit einem Betrag von mehr als 4 Mio. DM sollen mindestens 80 zusätzliche Ausbildungsplätze in den nächsten Jahren gefördert werden.